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Apple verdient reichlich

19.07.2000 | 00:00 Uhr |

Apple hat in der Nacht zum Mittwoch das Geschäftsergebnis für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 1999/2000 (April bis Mai) bekanntgegeben - und es entspricht fast exakt der Prognose, die Macwelt Online im Vorfeld abgegeben hatte.

Demnach beträgt der Gewinn 200 Millionen US-Dollar, was in etwa dem Ergebnis aus dem gleichen Zeitraum des Vorjahres gleichkommt, damals hatte die Mac-Company einen Netto-Profit von 203 Millionen US-Dollar gemeldet. Der Umsatz ist jedoch um 17 Prozent gestiegen und lag im dritten Quartal bei 1,825 Milliarden Dollar.

Zum Gewinn trägt der Verkauf von ARM-Anteilen im Wert von 37 Millionen US-Dollar bei, was 10 Cent pro Apple-Aktie entspricht. Insgesamt hat der Gewinn 55 Cent pro Aktie betragen.

Apple zufolge hat der Mac-Hersteller in den drei Monaten von April bis Juni weltweit 350.000 G4-Power-Macs und 450.000 iMacs verkaufen können, insgesamt seien 1,016 Millionen Rechner über die Ladentische gegangen.

Der Rest verteilt sich auf die mobilen Rechner iBooks und Powerbooks sowie zu einem geringen Anteil auf Serversysteme; konkrete Zahlen zu diesen drei Produktsegmenten nannte Apple jedoch nicht. Nach Macwelt-Schätzungen dürfte der Anteil an Powerbooks aber bei rund 150.000 Stück gelegen haben. Internationale Verkäufe machten 46 Prozent des Gesamtgeschäftes aus.

Verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres sind die Zahlen also hervorragend, was Umsatz und Absatz betrifft, im Vergleich mit dem vorangegangenen Quartal (Januar bis März) sind die Geschäfte dagegen etwas schlechter gelaufen. Damals erzielte Apple weltweit einen Umsatz von 1,95 Milliarden Dollar und verzeichnete einen Gewinn von 233 Millionen Dollar, wovon allerdings 73 Millionen Dollar nicht durch Produktverkäufe erwirtschaftet worden waren, sondern ebenfalls durch die Veräußerung weiterer Anteile am Prozessorhersteller ARM.

Der leichte Rückgang gegenüber dem vorhergehenden Quartal ist allerdings weder überraschend noch ein Grund zur Besorgnis. Denn Apple hat im Zeitraum April bis Juni keine neuen Rechnermodelle auf den Markt gebracht. Somit fehlt der entsprechende Investitionsschub, der stets mit der Markteinführung neuer Macs einher geht. Die letzten "neuen" Rechnermodelle - die aktuelle Palette an G4-Power-Macs - kamen nach der Macworld Expo in Tokio im Februar dieses Jahres heraus. Tatsächlich handelte es sich aber nicht um vollkommen neue Rechner, sondern nur um schnellere und besser ausgestattete Modelle, so genannte Speed-bumps.

Das dürfte sich am 19.Juli ändern, wenn Apple-Chef Steve Jobs auf seiner Eröffnungsrede zur Macworld Expo in New York neue Rechner vorstellen wird.

Die aktuellen Quartalsergebnisse sind nahezu identisch mit der Prognose, die Macwelt Online gestern abgegeben hatte, wie der unten stehende direkte Vergleich beweist.

Vergleich Macwelt-Prognose und tatsächliches Ergebnis

Weltweiter Umsatz: Macwelt-Prognose = $ 1,85 Milliarden Tatsächliches Ergebnis = $ 1,825 Milliarden

Gewinn:
(ohne außergewöhnliche Geschäftstätigkeit) Macwelt-Prognose = $ 170 Millionen Tatsächliches Ergebnis = $ 163 Millionen

Verkaufte Rechner: Macwelt-Prognose = 1,01 Millionen Stück Tatsächliches Ergebnis = 1,016 Millionen Stück

Bruttogewinnspanne: Macwelt-Prognose = 29,7% Tatsächliches Ergebnis = 29,8%

Unsere gestrige Hochrechnung für Europa und hier insbesondere für den deutschsprachigen Markt müssen wir dagegen ein wenig nach unten korrigieren. Wie aus einem Apple-internen Papier hervorgeht, das Macwelt mittlerweile vorliegt, betrug der europäische Anteil am weltweiten Rechnerverkauf nicht 26%, sondern lediglich 22%, was in konkreten Zahlen bedeutet, dass Apple auf dem Alten Kontinent rund 220.000 Macs verkaufen konnte.

Da auf den deutschsprachigen Markt nach Macwelt-Schätzungen etwa ein Viertel des europäischen Rechnerverkaufs entfällt, dürften in Deutschland, Schweiz und Österreich zusammen um die 55.000 Macs verkauft worden sein.

Der deutsche Anteil am deutschsprachigen Markt beläuft sich auf Pi mal Daumen 62%, so dass Apple Deutschland im Berichtsquartal hierzulande insgesamt um die 34.000 Rechner verkauft hat. Wohlgemerkt, hierbei handelt es sich um Macwelt-Schätzungen, die aber plus/minus 5% der Realität entsprechen dürften, wie die Vergangenheit gezeigt hat. ab/pm/sh

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