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Apple verkauft 30 Millionen Songs im Internet

24.01.2004 | 18:52 Uhr |

Apple hat über seine Musikplattform iTunes im vergangenen Jahr rund 30 Millionen Lieder über das Internet verkauft. Seit der Eröffnung des Musikshops in den USA Ende April 2003 seien so im Schnitt über drei Millionen Songs pro Monat aus dem Web heruntergeladen worden, sagte Apple-Manager Eddy Cue am Samstag auf der Internet-Musik-Konferenz Midemnet in Cannes.

Damit ist iTunes die weltweit erfolgreichste legale Downloadplattform für Onlinemusik. Im Laufe dieses Jahres will Apple auch für die europäischen Internetnutzer einen iTunes-Musikshop eröffnen, kündigte Cue an, der bei Apple als Vizepräsident für den Bereich Internetservices und -anwendungen verantwortlich ist. Doch dies sei viel schwieriger als in den USA. "In Europa hat jedes Land verschiedene Preise für die Musik, und das Erscheinungsdatum eines Songs ist von Land zu Land unterschiedlich", sagte Cue.

Mit diesen Problemen hat auch die von Popstar Peter Gabriel gegründete, britische Firma OD2 zu kämpfen, die einen der größten europäischen Onlinemusikdienste anbietet, wie Geschäftsführer Charles Grimsdale erläuterte. Immerhin brachte es OD2 in elf europäischen Ländern im abgelaufenen Jahr zusammen auf rund drei Millionen verkaufte Songs - nach nur 200.000 im Vorjahr. Der Preis pro Song liegt bei OD2 im Schnitt bei 1,50 Euro; Apple verlangt 0,99 US-Cents pro Musiktrack. Das Online-Angebot der deutsche Plattenfirmen "phonoline" wurde von Herbst 2003 immer wieder verschoben - neuer Starttermin ist der März 2004.

Trotz aller Anfangserfolge der legalen Angebote sei das Problem der Musikpiraterie aber noch lange nicht vom Tisch, erklärte der Internationale Verband der Plattenbranche (IFPI). Nach einer IFPI-Untersuchungen haben im vergangenen Jahr rund 6 Millionen Internetnutzer weltweit mehrere Milliarden Songs von illegalen Tauschbörsen heruntergeladen - kostenlos. Dies und das Kopieren (Brennen) von CDs hat der Musikindustrie weltweit große Umsatzeinbußen gebracht - allein im Jahr 2002 verlor die Branche rund zehn Prozent.

Auf der Midemnet diskutierten am Samstag Vertreter der Musikindustrie und der Computerbranche über das Onlinegeschäft mit Songs, Wege zur Bekämpfung der Piraterie und Musikanwendungen für mobile Geräte wie Handys.

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