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Apple verkündet Quartalsergebnisse

17.01.2001 | 00:00 Uhr |

Gute Nachrichten wird Apple heute Nacht nicht verkünden können, die Verluste im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres dürften 200 Millionen US-Dollar überschreiten. Ein rascher Umschwung scheint zudem unwahrscheinlich.

Eine Stunde nach Börsenschluss in New York wird Apple heute in einer Bilanzpressekonferenz die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2000/2001 veröffentlichen. Live im Web übertragt Apple das Ereignis auf der Seite www.apple.com/quicktime/qtv/earningsq101/ . Große Überraschungen sind nicht zu erwarten, hatte der Mac-Hersteller bereits Anfang Dezember eine Gewinnwarnung herausgeben müssen. Demnach erwartete der Mac-Hersteller für den Zeitraum vom 1. Oktober bis 31. Dezember Verluste von 225 Millionen bis 250 Millionen Dollar, den Umsatz hat man mit einer Milliarde Dollar um 600 Millionen Dollar gegenüber den ursprünglichen Erwartungen verringert angesetzt.

Zum Vergleich: Das erste Quartal 1999/2000 schloss Apple mit einem gewinn von 183 Millionen Dollar ab, der Umsatz hatte bei 2,34 Milliarden Dollar gelegen, was der Apple-Vorstand zum anlass nahm, seinem CEO Steve Jobs einen Privatjet zur Verfügung zu stellen.

Drei Gründe machten Apple-CEO Steve Jobs und Finanzvorstand Fred Anderson für die schleppenden Verkäufe im ersten Quartal des neuen Finanzjahres und die daraus resultierenden roten Zahlen verantwortlich: den allgemeinen Rückgang im Computergeschäft, die psychologisch unvorteilhafte "Megahertzlücke" und die falsche Entscheidung, zu früh auf DVD anstatt zur rechten Zeit auf CD/RW gesetzt zu haben.

Wie teilweise deutliche Rabatte zeigen, versuchte Apple die Lagerbestände vor der Einführung neuer Produkte merklich zu verringern, um das Jahr 2001 ohne "Altlasten " beginnen zu können. Merkliche Besserung der Situation hat man für das zweite Geschäftsquartal versprochen. Was neue Produkte betrifft, hat Apple die Versprechen teilweise gehalten: Mit den neuen Power Macs G4 wurde die Megahertz-Lücke kleiner und CD/RW-Laufwerke gehören zu deren Grundausstattung. Längst überfällig, hat das neue Powerbook G4 für Staunen gesorgt, bewusst platziert Apple das Gerät gegen das erfolgreiche Subnotebook Vaio von Sony. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird Apple zudem noch im Februar neue iMacs mit G4-Prozessor auf den Markt bringen, die mit Brennern und höheren Taktraten aufwarten ( Macwelt berichtete).

Skeptisch zeigen sich jedoch Analysten, ob die neuen Produkte bereits in naher Zukunft für ein starkes Umsatzwachstum sorgen. Nach wie vor hohe Lagerbestände und ein weiterhin zurückhaltender PC-Markt blieben die Klötze an den Beinen der Company aus Cupertino. Einem Bericht des US-Nachrichtendienstes Cnet zu Folge, dürfte Steve Jobs bereits heute die Erwartungen für das zweite Quartal und das gesamte Geschäftsjahr herunterschrauben.

Laut Reiner Deichmann, Interims-Geschäftsführer von Apple Deutschland, habe der Mac-Hersteller in Deutschland und Österreich im vierten Quartal 1999/2000, das am 31. Oktober endete, als einziger Computerhersteller gegenüber dem Vorjahr nicht verloren, sondern sogar leicht zugelegt. Was auf das bisher erfolgreichste Quartal in der Geschichte von Apple Deutschland folgen wird, lesen Sie morgen in unser ausführlichen Analyse. Die nackten Zahlen präsentieren wir Ihnen heute Nacht in unserem aus aktuellem Anlass vorgezogenem Morgenmagazin.

Peter Müller

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