895196

Apple veröffentlicht Quartalsbericht

16.01.2003 | 12:06 Uhr |

Einen Verlust von acht Millionen US-Dollar machte Apple im letzten Geschäftsquartal, trotz gestiegenen Umsätzen

Apple hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2002/2003 einen Verlust von acht Millionen Dollar (7,6 Mio Euro) oder zwei Cent je Aktie verbucht. Der Mac-Hersteller hatte in der Vorjahresvergleichszeit noch einen Gewinn von 38 Millionen Dollar oder elf Cent je Aktie ausgewiesen. Das gab die Jobs-Company gestern Abend in Cupertino nach Handelsschluss der Nasdaq bekannt.

Quartalsumsatz um sieben Prozent gestiegen

Der Quartalsumsatz stieg um sieben Prozent auf 1,47 Milliarden Dollar. Die Bruttomarge fiel auf 27,6 (Vorjahresvergleichszeit: 30,7) Prozent. Das Auslandsgeschäft steuerte 43 Prozent des Gesamtumsatzes bei. Dabei sank jedoch der Umsatz in Europa um drei Prozent und in Asien gar um 24 Prozent. Die USA legten um 16 Prozent zu. Apple hat in der Berichtszeit 743 000 Macintosh-Computer ausgeliefert oder etwa ebenso viele wie im ersten Quartal des Vorjahres.

Sorgenkind Powermac

Wie Apples Finanzchef Fred Anderson in der anschließenden Bilanzpressekonferenz einräumte, hätten sich die Verkäufe von iBook, iMac und Powerbook zwar solide entwickelt, der Power Mac bliebe vom Umsatz her jedoch der Schwachpunkt im Angebot. Consumer-Desktops konnte Apple in den vergangenen drei Monaten 298.00 Stück an den Mann bringen, davon 134.00 iMacs mit Flachbildschirm und 106.000 eMacs. Der Rest entfällt auf den immer noch erhältlichen iMac G3. Die iBook-Verkäufe hätten von deren Überarbeitung im November stark profitiert, ein Drittel der im Bildungsbereich verkauften Rechner seien auf die mobilen Einsteigermodelle entfallen. Auch das Powerbook verkaufte sich seit Mitte November besser, insgesamt gingen etwas mehr als 100.000 Geräte über den Ladentisch. Power Macs konnte Apple jedoch nur 158.000 loswerden, 25 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Die Verkäufe des Profi-Rechners wieder auf Werte von 200.000 Stück pro Quartal zu treiben, sei die derzeit größte Herausforderung, räumte Anderson ein. Das Management konzentriere sich derzeit auf sein Sorgenkind und treibe ein Reihe von Plänen voran. Anderson gab auch der schwierigen wirtschaftlichen Situation die Schuld daran, dass sich die Upgrade-Zyklen im Profi-Bereich von normalerweise 24 bis 36 Monaten derzeit verlängerten. Auch das Fehlen einer Mac-OS-X-Version von Quark Xpress wirke sich negativ auf den Umsatz aus. Zufrieden stellend seien weiterhin die Verkäufe des Xserve, 6.000 Rack-mountable Server habe Apple verkaufen können. Das RAID-System soll noch im Frühjahr herauskommen.

Renner iPod

Der iPod entwickelt sich weiter als Renner, von den 216.000 verkauften MP3-Playern ging die Hälfte an Windows-Anwender.
Analysten von Neeedham & Company empfehlen Apple jedoch die Einführung eines kosengünstigeren Modells unterhalb der 300 US-Dollar Marke.

Laut Apple wirkten sich in dem am 28. Dezember beendeten Dreimonatsabschnitt Restrukturierungskosten von 17 Millionen Dollar und zwei Millionen Dollar an Wertberichtigungen ertragsmindernd aus. Klammert man diese Sonderkosten aus, dann hätte Apple in der Berichtszeit einen bescheidenen Gewinn von elf Millionen Dollar oder drei Cent je Aktie ausgewiesen.
Aus dieser Berechnungsweise erreichte Apple die Erwartungen der Wall Street.

Firmenchef Steve Jobs verwies darauf, dass seine Firma auch während des Abschwungs investiere. Damit könne man bei einem Wirtschaftsaufschwung wachsen. Für das Jahr 2003 habe man einige "starke" Produkte in der Pipeline, auf der Macworld Expo in San Francisco habe man damit angefangen, diese auf den Markt zu bringen. Pro Jahr gebe Apple etwa 500 Millionen Dollar für Forschung und Entwicklung aus: Gab Apple noch im Vorjahresquartal 113 Millionen US-Dollar für seine Entwicklungsabteilung aus, waren es in diesem Geschäftquartal 121 Millionen US-Dollar, eine Steigerung um sieben Prozent.

Finanzchef Fred Anderson zeigte sich erfreut darüber, das Umsatzziel erreicht und den Lagerbestand auf elf Prozent gesenkt zu haben hob die liquiden Mittel von 4,4 Milliarden Dollar hervor. Er prognostizierte für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen gegenüber den vorangegangenen drei Monaten relativ gleich bleibenden Umsatz und einen leichten Gewinn.

Vor Veröffentlichung der Geschäftsergebnisse war die Apple-Aktie an der Nasdaq um 18 Cent oder 1,23 Prozent auf den Schlusskurs von 14,43 Dollar gefallen und bewegte sich damit im allgemeinen Trend der New Yorker Technologiebörse. An der Deutschen Börse in Frankfurt war der Kurs um 10 Cent oder 0,73 Prozent auf 13,60 Euro gefallen.

Peter Müller/sw

0 Kommentare zu diesem Artikel
895196