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Apple veröffentlicht iMac G5 Entwicklerdokumentation

10.09.2004 | 14:11 Uhr |

Still und heimlich hat Apple heute die Entwickler-Dokumentation zum iMac G5 veröffentlicht. Das Dokument verrät bisher unbekannte technische Internas von Apples neuem All-in-one-Rechner.

So hat Apple beispielsweise extra für den iMac G5 alle wichtigen Chips außer dem Prozessor in einer speziellen Consumerversion gebaut. Der U3-Systemcontroller des G5 wurde abgespeckt: Die iMac-Version "U3 Lite" kann nur eine CPU in einem 1:3 Taktverhältnis anbinden. Speicher wird wie beim grossen Bruder Powermac mit 400 MHz getaktet, auch der AGPx8-Bus hängt am U3 Lite.
An den U3 Lite ist über einen 800 MByte/s schnellen, 8-Bit-breiten Hypertransport-Link die "Shasta" genannte Southbridge angebunden, welche Input/Output regelt. Shasta ist der kleine Bruder des K2 im G5-Powermac und kann nur ein SATA-Gerät statt zwei, der IDE-Anschluss für das optische Laufwerk unterstützt allerdings statt ATA/100 im Powermac nun ATA/133. Der angebundene Firewire-Chip beherrscht nur 2 x Firewire 400 ohne das zusätzliche Firewire 800 im Powermac. Der interne 33-MHz-PCI-Bus an der Southbridge ist identisch mit der Implementierung im Dual 2 GHz und Dual 2.5 GHz G5: Hier wird Airport Extreme, USB 2.0, das Boot-ROM und Bluetooth angebunden.
Interessantes Detail: Die Spezialversion des iMac G5 ohne optisches Laufwerk, die Apple für Bildungseinrichtungen baut, hat keine SATA-Festplatte sondern eine Ultra ATA 133-Festplatte, die am Port für das optische Laufwerk hängt. Auch der Grafikchip ist ein anderer, im "Edu-iMac" verrichtet nur ein Geforce 4MX mit 32 MB seinen Dienst.

Besonderes Augenmerk verdient die Speicheranbindung des U3 Lite: Wie hier zu lesen ist unterstützt der iMac G5, anders als bisher vermutet, doch 128 Bit breites Dual-Channel-RAM. Dies funktioniert jedoch nur, wenn zwei identische Speichermodule installiert sind. Bei einzelnen Speichermodulen ist der Speicherbus nur 64 Bit breit, bei unterschiedlich großen Speichermodulen gibt es zwei 64-Bit-Speicherbusse. Der 128-Bit-Bus ist die effizienteste und schnellste Variante.
Da Apple den iMac G5 mit nur einem 256 MB-Speichermodul ausliefert könnte also das Hinzufügen eines zweiten 256 MB-Moduls mehr Leistungszugewinn bringen als man von einem bloßen Speicherupgrade erwarten kann. Dieser Leistungszugewinn ist bei einem zusätzlichen 128- oder 512 MB-Modul nicht gegeben.
Ein 512 MB-Speicherriegel kostet allerdings momentan am freien Markt so viel wie das Upgrade von einem 256-MB-Riegel auf einen 512-MB-Riegel bei Apple Built-to-order. Es ist also nicht nötig, schon beim iMac-Kauf den Rechner mit einem größeren Modul zu konfigurieren.

Info Apple Entwickler-Dokumentation zum iMac G5

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