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Apple verpflanzt in Demo-Video Münchener Sehenswürdigkeit nach Berlin

26.09.2007 | 09:30 Uhr |

Was zu weit geht, geht zu weit - und die Kirche bleibt bitte schön im Dorf. Konkret: Die Siegessäule gehört nach Berlin und der Friedensengel nach München. Selten sind sich Preußen und Bayern so einig gewesen wie in diesen Tagen, in denen Apple versucht, deutsche Sehenswürdigkeiten zwischen Metropolen mit Schnauze und Weltstädten mit Herz auszutauschen.

Warum iPhone-Anwender in Hamburg ausgerechnet nach einem Sushi-Restaurant suchen müssen, das bleibt das Geheimnis der Apple-Marketingstrategen. Eigentlich ist der Stint (lat: Osmerus eperlanus) Hamburgs Vorzeigefisch - und am besten passen dazu Bratkartoffeln. Doch derselbe Lehrfilm auf der deutschen Apple-Seite will uns außerdem weismachen, dass sich auf dem Großen Stern in Berlin der Friedensengel befindet. Des iPhones Google Maps jedenfalls will das so wissen - auch wenn die Gegenprobe bei maps.google.de ein ganz anderes Ergebnis zeigt. Nämlich in München, rechts der Isar. Wo kommen wir dahin, wenn sich diese Ungenauigkeiten durch den gesamten Google-Maps-Client ziehen? Genau - in den Wedding statt nach Neuperlach. Landen wir zukünftig im Schloß Nymphenburg, wenn wir eigentlich einen Ausflug nach Charlottenburg geplant hatten? Und welchen Weg zeigt das iPhone, wenn das Brandenburger Tor als Ziel gewählt ist? Natürlich auf die Leopoldstraße. Immerhin, auch auf Friedrich von Gärtners Triumphbogen thront eine Quadriga, fast so groß wie die von Johann Gottfried Schadow gefertigte auf dem Langhansschen Tor Unter den Linden.

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