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Apple verprellt Anwender

24.08.1999 | 00:00 Uhr |

Daß Arroganz eine Tugend in Apples Führungsetagen ist - diese Zeiten wähnten wir eigentlich schon lange hinter uns. Doch anscheinend erinnern sich Steve Jobs und seine Mannen an alte Zeiten. Anders ist es kaum zu erklären, dass Apple seit Neustem verbietet, Software aus dem eigenen Hause auf Covermount-CDs von Zeitschriften zu pressen. Bisher war dies kein Problem und Apple nutzte diesen Kanal zum Vetrieb von System-Updates, Treibern und so weiter. Nun kam das Nein, und wie es heisst, kam es direkt aus Cupertino.

Wie aus Apple nahestehenden Kreisen zu erfahren war, ist es Phil Schiller, Apples Vicepresident Product Marketing, zu verdanken, dass die Mac-Anwender Apple-Software entweder aus dem Internet beziehen müssen oder die Magazine sich bereit erklären müssen, ausschließlich die Apple-Software auf die CD zu brennen und auch das CD-Cover nach Apple-Vorgaben zu gestalten. Wohlgemerkt: Apple zahlt keinen Pfennig für diese Art des kostenlosen Vertriebs, zahlen müssen die Magazine und damit die Leser.

Während in den USA kaum Gebühren für einen Download anfallen, ist das in Europa eine andere Sache. Hier sind Modems noch sehr weit verbreitet und jede Online-Minute kostet Geld. Kein Wunder, daß sich die Mac-Anwender über die neue Software-Politik aus dem Hause Apple ärgern.

Während einige wenige Mac-Zeitschriften in Europa sich dem Apple-Diktat beugen - Macwelt wird es nicht tun - werden PC-Zeitschriften mit Auflagen bis zu mehreren hunderttausend Stück Apple auslachen. Der Plan von Steve Jobs, Quicktime 4 und Quicktime TV auch in der Windows-Welt zu etablieren, rückt damit, zumindest in Europa, in weite Ferne.

Sebastian Hirsch

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