1551846

Richterin Koh will Friedensschluss

17.08.2012 | 09:46 Uhr |

Im vorschnell als "Patentprozess des Jahrhunderts" bezeichneten Verfahren zwischen Apple und Samsung empfiehlt Richterin Lucy Koh beiden Parteien dringend einen Vergleich

Die CEOs der beiden Unternehmen sollten sich mindestens einmal wöchentlich treffen und dabei die Möglichkeiten für einen Vergleich ausloten. Bestünden Apple und Samsung weiterhin auf ein Urteil, wäre das für beide Firmen riskant, warnt Koh laut IDG News Service: "Es ist Zeit für den Frieden." Samsung und Apple haben vor Gericht bisher keine Bereitschaft für einen Vergleich erkennen lassen, Apple will von seinem Konkurrenten bis zu 2,5 Milliarden US-Dollar Schadensersatz.

Apples Entschlossenheit, gegen Kopien von iPhone, iPad und iOS vorzugehen, hatte Steve Jobs' Biograph Walter Isaacson dem verstorbenen Apple-CEO in den Mund gelegt. Jobs sei bereit für "den thermonuklearen Krieg" - vorwiegend gegen Google, das für die inkriminierten Samsung-Handys das Betriebssystem Android liefert. Von Google habe Jobs kein Geld in Form von Lizenzen haben wollen, sondern die Einstellung von Android gefordert. Dass die Chancen auf eine Einigung aber nicht so gering sind, wie die martialischen Worte des bereits schwer kranken Jobs befürchten lassen, zeigte sich im Verlaufe des Prozesses vor dem US-Bezirksgericht von Nordkalifornien in San Jose. In der vergangenen Woche war herausgekommen, dass Jobs und Cook dem Konkurrenten Samsung Lizenzen angeboten hatten, da Samsung gleichzeitig auch ein wichtiger Zulieferer war. Das Angebot hatte Apple jedoch ein wenig herablassend unterbreitet und allein für das Jahr 2010 Lizenzen in Höhe von 250 Millionen US-Dollar gefordert. Womöglich könnten aber regelmäßige Gespräche zwischen Samsung und Apple eine neue Verhandlungsbasis geben.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1551846