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Apple will Olympische Winterspiele nach Kalifornien holen

01.04.2013 | 06:35 Uhr |

Das Olympische Komitee der USA will sich mit San Jose und dem Wintersportort Squaw Valley für die Ausrichtung der Winterspiele 2022 bewerben. Die treibende Kraft dahinter: Apple

Die USA werfen mit dem Bundesstaat Kalifornien nun doch ihren Hut in den Ring und bewerben sich für die Olympischen Winterspiele im Jahr 2022, hat Macwelt vorab aus informierten Kreisen erfahren. Am heutigen Montag um 14 Uhr Ortszeit wird das USOC (United States Olympic Committee) an seinem Hauptsitz in Colorado Springs die Bewerbung in einer Pressekonferenz offiziell erklären. Außerdem wollen die Verantwortlichen die neuen Sportarten vorstellen. Hauptort der Spiele soll San Jose im Silicon Valley werden, dort sollen die Hallensportarten wie Eiskunstlauf, Curling und Eishockey stattfinden. Für die Freiluftwettbewerbe ist als Dependance das rund 300 Kilometer entfernte Squaw Valley vorgesehen, wo bereits im Jahr 1960 das IOC Olympische Winterspiele ausrichtete.

Wie unsere Quellen, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, weiter berichten, ist die treibende Kraft hinter der Bewerbung ein alter Bekannter: Apple. Das USOC hatte ursprünglich von einer Bewerbung Abstand genommen, den Rückenwind aus Kalifornien aber dankend in eine Kampagne umgesetzt. Angestachelt durch die von Samsung initiierte Vergabe der Spiele von 2018 an das südkoreanische Peyonchang, habe es seit Sommer 2011 in Cupertino Überlegungen gegeben, dem Konkurrenten nicht alleine das lukrative Feld der Wintersportindustrie zu überlassen. „Wenn sich Samsung Olympia ins Land holen kann, dann können wir das schon lange,“ soll Apple-CEO Tim Cook mehrfach im Aufsichtsrat des Unternehmens argumentiert haben, „ Barreserven für Bewerbung und Sportstättenbau haben wir mehr als genug!“

Apple und Samsung sind seit mehreren Jahren in einem harten Konkurrenzkampf im Smartphone- und Tabletmarkt verwickelt, worunter die gegenseitigen Geschäftsbeziehungen leiden. So soll Apple immer mehr Komponenten für seine Produkte anderweitig einkaufen und Chips für iPhone und iPad in Zukunft verstärkt von TSMC und Intel produzieren lassen. Zuletzt hatte Samsung bestätigt, an einer Smartwatch zu arbeiten, vermutlich verfolgt Apple derzeit ein ähnliches Konzept einer intelligenten Armbanduhr.

Bei der Vergabe der Winterspiele von 2018 waren der Zählkandidat Annecy und der ernsthafte Bewerber München chancenlos, Peyonchang bekam bereits in der ersten Abstimmungsrunde die erforderliche Mehrheit. Dabei spielte neben den gescheiterten Bewerbungen für 2010 und 2014 auch eine Rolle, dass Samsung zu den Hauptsponsoren des IOC gehört. Apple will im Zuge der Bewerbung dem Konkurrenten diese Rolle streitig machen und seinerseits die fünf Ringe finanziell unterstützen. „Wir wären damit in bester Gesellschaft der anderen Top-Marken des Globus wie Coca-Cola und McDonald‘s“, soll Tim Cook den Aufsichtsrat überzeugt haben.

Die Chancen, dass Apple die Spiele 2022 tatsächlich nach Kalifornien bekommt, stehen indes gut. Die Bürger des Schweizer Kantons Graubünden haben eine Bewerbung für St. Moritz und Davos in einem Volksentscheid mehrheitlich abgelehnt, das aussichtsreiche Konzept Münchens wird der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) aller Voraussicht nicht erneut zur Bewerbung einreichen, da dessen Chef Thomas Bach lieber nächster IOC-Präsident werden will - und eine Sommerbewerbung für Hamburg oder Berlin im Jahr 2028 ins Auge gefasst sind. Oslo und das ukrainische Lemberg haben bislang nur halbherzig ihre Bewerbungen vorangebracht, eine asiatische Bewerbung gilt als chancenlos und eine australische als sinnlos. Bleibt also nur noch Nordamerika. Nach Squaw Valley 1960, Lake Placid 1932 und 1980 sowie Salt Lake City 2002 wären die Spiele in San Jose und Squaw Valley die fünften in den USA, Kanada war mit Calgary 1988 und Vancouver 2010 zweimal Gastgeber.

Für die Sportstätten im Silicon Valley stehen mehrere Grundstücke bereit, berichten unsere Quellen. Sogar das 2015 bezugsfertige neue Apple-Hauptquartier in Cupertino soll in das Konzept einbezogen werden: Der torusförmige Bau eignet sich hervorragend für die Wettbewerbe im Eisschnelllauf, sein geräumiger Innenhof wäre eine perfekte „Medal Plaza“, für die Siegerehrungen.

Neue Details werden wir mit Beginn der Pressekonferenz um 22 Uhr MESZ an dieser Stelle berichten.

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