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Apple will Telefonkonferenzen mit 3D-Effekt patentieren lassen

11.04.2008 | 13:32 Uhr |

Spätestens in Version 2.0 wird das iPhone mit Microsoft ActiveSync-Technik zum Business-Telefon, Apple aber hat auch darüber hinaus noch einige Ideen für den Geschäftsalltag. Für komfortablere Telefonkonferenzen soll eine Erfindung sorgen, die sich der Hersteller derzeit als Patent sichern möchte: Gesprächspartner verteilen sich im virtuellen dreidimensionalen Raum - ganz so, als säße der iPhone-Anwender in der Mitte einer Gesprächsgruppe.

Böse Zungen behaupten, dass es in Deutschland mehr Artikel zum iPhone gibt als iPhones selbst. Unbestritten aber ist sicherlich, dass Apple deutlich mehr Patente einreicht als neue Produkte vorstellt. Und das liegt nicht nur daran, dass der Mac-, iPhone- und iPod-Hersteller nicht ganze Geräte patentiert, sondern jedes kleinste Detail zu schützen versucht. Vor allem werden viele Erfindungen aus Cupertino nie in marktreife Produkte überführt. So lässt sich auch von einem aktuell von der US-Patentbehörde veröffentlichten Antrag vom September 2006 nicht sagen, ob er jemals in einem Apple-Handy Einzug halten wird. Die Rede ist darin von einer "Akustik-Trennung" für Konferenzgespräche mit dem iPhone. Die Teilnehmer eines solchen Gesprächs sollen sich auf verschiedenen Positionen in einem virtuellen Raum verteilen lassen: Die Stimme des Kollegen aus den USA käme von links, die des Korrespondent im fernen Asien von rechts und die Position in deren virtueller Mitte nimmt der Chef selbst ein, der eigentlich zu Hause in der Badewanne liegt - so ungefähr könnte sich solche eine Konferenz anhören, wenn man am iPhone die Augen schließt. Voraussetzung für den Einsatz einer solchen Technik, die Apple in der Audiosoftware GarageBand bereits einsetzt, sind mindestens zwei Lautsprecher oder Stereo-Ohrhörer. Apples Patentantrag beschreibt den Aufbau einer Telefonkonferenz wie folgt: Jeder iPhone-Anwender kann noch vor Beginn des Gesprächs in einer grafischen Benutzeroberfläche auswählen, welchen Platz er im virtuellen Raum einnehmen möchte. Die Software schlägt optional auch Positionen vor, falls man umgehend mit dem Gespräch beginnen will - der Patenantrag sieht dann die Möglichkeiten vor, Positionen entweder nach der realen geographischen Lage der Anrufer zu verteilen oder nach der Reihenfolge ihres Hinzustoßens zur Konferenz. Dann kann ihm die Technik helfen, insbesondere unbekannte Gesprächspartner anhand ihrer Positionen besser auseinanderzuhalten. Während der Konferenz sieht der iPhone-Anwender die Position seiner Gesprächspartner im virtuellen Raum auch auf dem Bildschirm und kann sie verschieben. Der Kollege aus den USA spricht zu laut? Mit einem Wisch setzt man ihn weiter weg. Im Rahmen einer iPhone-Konferenz sollen Teilnehmer laut Patentantrag auch Medien miteinander austauschen können: Lieder, Alben, Audiobook, Filme, Präsentationen und vieles mehr. Solche Audioquellen lassen sich ebenfalls im Raum platzieren, entweder an eigenständigen Positionen oder durch die Abmischung zweier Spuren an die Position eines Gesprächspartner geknüpft. Wie ernst es Apple mit dem eingereichten Patent meint, lässt sich zwar auch dieses Mal nicht mit Gewissheit sagen. Für den kommenden Einsatz in einem iPhone aber spricht, dass der Hersteller eine ähnliche Technik unter dem Namen Magic GarageBand in Version '08 seiner Audiolösung für den Hausgebrauch bereits einsetzt.

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