2079638

Apple will keine legale Backdoor in iOS und OS X

19.05.2015 | 13:49 Uhr |

In der US-Politik werden die Stimmen lauter, ganz legal über Backdoors das Anzapfen von Nutzerdaten zuzulassen. Apple und Google widersprechen.

Um gegen diese Tendenzen vorzugehen, hat der Sicherheits-Aktivist Kevin Bankston einen Brief an Obama verfasst und hochkarätige Teilnehmer aus der US-Industrie und aus Expertenkreisen unterschreiben lassen. Der Brief wird heute offiziell an den US-Präsidenten übergeben, noch gestern hatte die Washington Post einige Auszüge daraus veröffentlicht . Auf der Liste der Unterschriften stehen momentan 140 Namen, darunter auch die von Apple und Google. Darin werden die Bedenken gegen die zunehmende Backdoor-Lobby in Washington geäußert. Konkret fordert vor allem die Bundespolizei FBI einen legalen Zugang zu den Nutzerdaten bei den Ermittlungen.

Seit den Enthüllungen von Edward Snowden ist Sicherheit fast schon zu einem Marketing-Instrument geworden, so bietet Apple bei seinem Messaging-Dienst Nachrichten eine End-to-End-Verschlüsselung, die zunehmend schwieriger zu knacken ist. Tim Cook hat zum Beispiel im September 2014 behauptet, den Schlüssel zu den Nachrichten habe Apple nicht und könne die Nutzerdaten nicht an Behörden liefern, selbst wenn der Konzern es wolle.

Solche Sicherheitsmechanismen machen ein unbemerktes Eingreifen in den Datenfluss eines Nutzers sehr schwierig, so fordert der FBI-Vorsitzende Comey legale Wege, solche Daten abzugreifen. Mit den modernen Verschlüsselungsstandards ist es aber nur mit einem zusätzlichen Schlüssel, der sogenannten "Backdoor", direkt bei dem Anbieter möglich. Die Unterschreibenden betonen im Brief, solche Vorgehensweise verletze die Privatsphäre und biete eine breite Angriffsfläche für Hacker und Geheimdienste aus anderen Ländern.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2079638