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Apple wirbt für Entwicklerkonferenz im Juni

23.02.2005 | 15:55 Uhr |

Anfang Juni 2005 treffen sich die Entwickler von Apple-Hard- und -Software wieder in San Franzisko zur WWDC. Ron Okamoto, der Verantwortliche für diese Konferenz, gibt im MACWELT-Interview einen Ausblick.

Ron Okamoto ist seit April 2001 bei Apple und leitet seit mehreren Jahren die wichtigstes Konferenz für Apple: Im Mai oder Juni jeden Jahres treffen sich auf der Worldwide Developer Conference (WWDC) Hard- und Softwareentwickler in Kalifornien; im vorigen Jahr immerhin rund 3500 Personen. 2004 wurden die Entwickler deshalb von Steve Jobs mit einer Rede empfangen, auf der erstmals die Version 10.4 von Mac-OS X, Codename "Tiger" zeigte. Außerdem durfte man als Entwickler die neuen 30-Zoll-Flachbildschirme bewundern und in einem Mini von BMW Platz nehmen, um dort die eingebaute iPod-Verkabelung und iPod-Fernbedienung zu genießen.

Das Interview führte Walter Mehl, Macwelt.

Okamoto: Seit voriger Woche stehen die Termine für die WWDC 2005. Zwischen 6. und 10. Juni treffen sich im Moscone Center in San Franzisko die Entwickler. Im Mittelpunkt werden natürlich die Innovationen von Tiger stehen.

Macwelt: Welche Innovationen sind für Sie besonders wichtig?

Okamoto: Wir sind sicher, dass wir in den vergangenen Jahren mit Mac-OS X und den Mac-Rechnern eine großartige Ausgangsbasis für Entwickler geschaffen haben. In Tiger steckt mehr Technik als jemals bisher:
Spotlight (Suchhilfe, Anmerkung der Redaktion),
Dashboard (eigene Ebene für Miniaturprogramme, die sich auf Knopfdruck über jedem Programm einblenden lässt, Anm. d. Red.),
64-Bit-Programme (für die Arbeit mit Datenmengen über 4 GB, Anm. d. Red.),
Core Image (Effekt, die sich in Bilder einrechnen lassen, Anm. d. Red.) und
Core Data (Hilfe für Programmierer für die Bearbeitung von Daten auf der Festplatte oder im Arbeitsspeicher).

Macwelt: Klingt vielversprechend, aber gibt es denn schon heute Anwendungsbeispiele für diese Innovation?

Okamoto: Wir haben zum Beispiel Dr. Osman Ratib und Dr. Antoine Rosset in San Diego im Süden von Kalifornien, die eine Software für die Analyse von Röntgenbildern entwickeln. Ihre Software Osirix wandelt die Bilder in eine dreidimensionale Darstellung um und stellt sie dann anderen über einen iPod Photo als Analysengrundlage zur Verfügung.

Macwelt: Werden wir solche Beispiel auf der WWDC 2005 auch sehen? Sie haben angekündigt, dass es in diesem Jahr mehr Hands-on-Sessions, sprich: Seminare mit Übungen am eigenen Mac, geben wird.

Okamoto: Das werden wir. Es soll grundsätzlich so sein, dass die Jungs, die die Software bei Apple entwickeln oder an einem Stück Hardware arbeiten, neben den Konferenzteilnehmern sitzen und sie gemeinsam mit Tiger arbeiten.

Macwelt: Wie soll das funktionieren - mehr solcher Intensivkurse und gleichzeitig mehr Teilnehmer bei der Konferenz?

Okamoto: Wir finden einen Weg. Wie jedes Jahr arbeiten wir mit unserem sehr guten Leuten von der Konferenzabwicklung; außerdem hilft uns unser gewohnt strenger Zeitplan während der Konferenz.

Macwelt: Apropos Zeitplan. Ist die Konferenz nicht zu spät? Anfang Juni ist die erste Hälfte 2005 nahezu beendet - jene Zeitperiode in der Tiger auf den Markt kommen soll. Müsste die Konferenz nicht früher sein, damit die Entwickler sich besser auf Tiger einstellen können?

Okamoto: Wir bieten seit Sommer 2004 ein Paket an; das "Tiger Early Start Kit". Für 500 US-Dollar erhält man eine DVD mit Trainingsunterlagen, die aktuelle Beta-Version von Tiger sowie eine einjährige Mitgliedschaft im Apple-Entwicklungsprogramm. Unserer Marktforschung zeigt, dass 50 Prozent aller Käufer neu mit dem Mac arbeiten beziehungsweise weniger als ein Jahr einen Mac besitzen.

Macwelt: Eine letzte Frage - voriges Jahr lief parallel zur WWDC die Konferenz für Java-Entwickler "Java One". Wird das dieses Jahr wieder so sein?

Okamoto: [lacht] Ich bin mir ziemlich sicher, dass das diesmal nicht so sein wird. Es war eine ziemliche Überraschung, aber so konnten wir unseren Entwicklern wenigstens anbieten, für einen Tag zur anderen Konferenz zu wechseln.

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