2133470

Apple wird Kartellwächter los

13.10.2015 | 09:38 Uhr |

Auf Apple muss keiner mehr aufpassen, damit sich der Konzern an das im Kartellprozess um E-Books ergangene Urteil hält.

Das US-Justiministerimum will den Aufpasser Michael Bromwich von Apple abziehen, berichtet der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg . Dieser hatte nach dem Kartell-Urteil im E-Book-Prozess Apple daraufhin überwacht, ob der Konzern die Anordnungen des Gerichts auch umsetze. Das Justizministerium ist der Ansicht, Apple habe nun das Urteil umgesetzt. "Apple hat nun wirkungsvolle Antikartellvorschriften erlassen, zudem Prozeduren und Schulungen eingeführt, die offensichtlich zu dem Zeitpunkt fehlten, als Apple sich an der Errichtung und Umsetzung der horizontalen Strategie zur Festlegung von Preisen beteiligte, die das Urteil als rechtswidrig erkannte", heißt es in dem Empfehlungsschreiben des DOJ (Departement of Justice), das seinerzeit die Klage gegen Apple und fünf große Verlage führte. Das zuständige Gericht in Manhattan müsse daher den Auftrag für Bromwich nicht weiter verlängern.

Vergangene Woche hatte Bromwich seinen Abschlussbericht vorgelegt und sich erneut über mangelnde Kooperationsbereitschaft seitens Apple beklagt. Das Unternehmen habe "niemals eine kooperative Arbeitsbeziehung mit dem Überwacher" gesucht, mahnt das DOJ weiter an. Apple räumt zwar ein, das Verhältnis zu Bromwich sei manchmal "etwas schwierig" gewesen, einen Mangel an Kooperationsbereitschaft will sich Cupertino aber nicht unterstellen lassen.

Apple steht zudem nach wie vor auf den Standpunkt, rechtmäßig gehandelt zu haben und will vor dem Supreme Court gegen das Urteil klagen. Verurteilt hat die New Yorker Richterin Denise Cote Apple zu einem Schadensersatz in Höhe 453 Millionen US-Dollar und zu Auflagen verdonnert, deren Einhaltung Michael Bromwich überwachen sollte.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2133470