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Apple stellt das iCycle vor

01.04.2011 | 06:51 Uhr |

Ein 2010 Apple zugesprochenes Patent ist zu einem Produkt geworden: Der Mac-Hersteller setzt sein Know-How nun auch im Fahrzeugbau und der Verkehrsinfrastruktur ein. Das neue iCycle soll in der Stadt das Auto überflüssig machen - und komplett auf regenerative Energie setzen.

Apple Patent Smart Bike
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Apple hält das Patent eines "Smart Bike" schon seit letztem Sommer , überraschend hat gestern Abend der iPhone-Hersteller an seinem Firmensitz in Cupertino nun ein Fahrrad mit elektrischem Hilfsmotor und integriertem iPhone- und iPad-Dock der Öffentlichkeit präsentiert: Das iCycle.

"Unsere Produkte sind schon seit langem ein Vorbild in Sachen Umweltfreundlichkeit. Wir setzen keine gefährlichen Materialien bei der Produktion ein, achten sehr auf Energieeffizienz und sparen sogar beim Verpackungsmaterial. Doch mit dem iCycle gehen wir noch einen Schritt weiter," verkündete der erneut aus dem Krankenstand für eine Präsentation zurückgekehrte Apple-CEO Steve Jobs. Das iCyle ist nicht nur ein modernes Fahrrad mit einem iPad oder iPhone als Computer, der unter anderem Geschwindigkeit, Wegstrecke, Höhe und Herzfrequenz des Fahrers misst und aufzeichnet, sondern ein komplett neues Verkehrskonzept, lobt Apple die Entwicklung. Denn das iCycle lässt sich auf zweierlei Weise betreiben: Sportliche Fahrer können mit dem Stadtfahrrad die Akkus von iPad, iPhone und sogar Macbook während der Fahrt in das Büro mit ihrer Muskelkraft aufladen, wer etwas mehr Mühen beim Treten oder einen langen Weg im Gegenwind vor sich hat, kann die in mehreren am Rahmen angebrachten Lithium-Polymer-Akkus gespeicherte elektrische Energie zur Unterstützung der Pedale abzapfen.

Epple baut für Apple das iCycle. Im Bild jedoch ein Epple Quinto, Baujahr 1992.
Vergrößern Epple baut für Apple das iCycle. Im Bild jedoch ein Epple Quinto, Baujahr 1992.

Mit "schmutzigem" Strom oder gar welchem aus der im kalifornischen Erdbebenzone erzeugten Kernkraft soll niemand sein iCycle betreiben müssen. Apple zeigt auf seinem Campus in Cupertino, wie Energie für die Fortbewegung umweltfreundlich erzeugt wird: Die iCycles bekommen auf dem Parkplatz Fahrradständer, deren Dächer aus Sonnenenergie den Strom für den Weg zur Arbeit und zurück erzeugen - eine volle Akkuladung soll für 100 Kilometer Fahrt genügen. Auch die Elektronik des iCycle - LED-Beleuchtung, GPS und Fahrradcomputer auf iPad, iPhone oder iPod Touch, soll sich damit für eine Betriebsdauer von bis zu fünf Stunden speisen lassen. Zunächst rund 250 Apple-Angestellte werden mit iCycles ausgestattet, die für deren Autos bisher benötigten Stellflächen werden auf dem Campus für die iCycle-Ports genannten Fahrradständer und zu Grünland umgewidmet. "Wir hoffen, bis zum Jahresende 90 Prozent unserer Mitarbeiter vom iCycle überzeugt zu haben," schwärmt Steve Jobs für das Konzept.

Mit dem Fahrradbau betritt Apple ein völlig neues Geschäftsfeld, das Unternehmen hat sich daher Unterstützung gesucht - und im schwäbischen Traditionshersteller Epple auch gefunden. Während Epple Rahmen, Pedale und alle anderen Teile des Fahrradbaus dem iCycle beisteuert, stammen Elektronik und Computertechnik des Gefährts komplett von Apple. "Apple und Epple gehen eine innovative Verbindung ein, welche die Verkehrsinfrastrukturen unserer Städte derart nachhaltig verändern wird, wie es das iPhone mit dem Mobilfunk gelungen ist," schreibt Apple in seiner Pressemitteilung. Dabei denkt der Hersteller aber nicht nur an das sonnige Silicon Valley, auch in regnerischeren Gefilde wie Mitteleuropa soll das iCycle seinen Siegeszug antreten, an Zubehör bieten Apple und Epple etwa ein Regendach und Frontverkleidung in Leichtbauweise und elektrisch beheizbare Pedale und Lenker an - damit auf dem iCycle niemand zum Eiszapfen (icicle) wird, heißt es in der Presseerklärung.

Für die Markteinführung haben sich Apple und Epple auf den subventionierten Preis von 1.411 US-Dollar (deutscher Preis noch nicht bekannt, dürften aber 1.411 Euro sein) geeinigt - so sollen Umweltbewusste vor vergleichsweise geringen Innovationen stehen. "Wir wollen mit dem iCycle kein Geld verdienen, sondern eine geschundene Welt verbessern. Das sehen wir als Geschenk zu unserem heutigen 35sten Geburtstag," heißt es bei Apple. Der iCycle-Port kostet in der Einzelausführung ebenfalls 1.411 US-Dollar, Firmen erhalten speziell ihren Bedürfnissen angepasste Fahrradständer in Ausführungen für 1, 4 oder 11 iCycles - Preise gibt es auf Anfrage.

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