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Apple zwingt PlayFair aus dem Netz

26.04.2004 | 15:04 Uhr |

Der lange Arm von Apples Anwälten reicht bis nach Indien.

Nachdem es den Justitiaren der Jobs-Company gelungen war, das Projekt Play Fair, eine Open-Source-Software, mit der man im iTMS erworbene Musikstücke von ihren Kopierschutzmechanismen befreien konnte, von den Servern von Sourceforge.net zu verbannen, hat nun auch der indische Provider Sarovar die Website mit der Software von seinen Servern genommen. Die Entscheidung traf der Provider Sarovar, nachdem er ein Schreiben von Apples Anwälten erhalten hatte, eine Antwort der Anwälte des Providers stehe noch aus.
Für rechtens halten jedoch laut Sidney Morning Herald die indischen Open-Source-Gurus S. Rajkumar and Raj Mathur das Programm, das zumindest in Indien nicht illegal sei. PlayFair benutze keine anderen Mechanismen als Apple selbst, um Songs für bestimmte Abspielgeräte freizuschalten. Vor der Konvertierung in MP3 fordere das Tool einen Code bei Apple an, Play Fair diene lediglich zur Verkürzung einer legalen Prozedur. Man werde sich nicht gegen Apple wehren, da man als kleine Organisation, die sich im Recht wähne, keine Chance gegen den Konzern sehe.
Unterstützung für Play Fair kommt unterdessen aus Norwegen. Der als "DVD-Jon" DeCSS-Autor Jon Lech Johansen hat über seinen beziehungsreich benannten Weblog "So sue me"
Die alternative Software DeDRMS bereit gestellt. Johansen kritisiert zudem Apples Vorgehen, der Mac-Hersteller habe sich der gleichen Methoden bedient, wie die US-Filmindustrie, die ihn wegen seines Tools zum Knacken von DVD-Kopierschutz DeCSS, verklagt habe: Apple können nicht einmal die konkreten Paragrafen nennen, gegen die Play Fair verstoße.

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