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Apples Bewährungsprobe

17.04.2001 | 00:00 Uhr |

Im Januar dieses Jahres gab Apple die tiefroten Geschäftszahlen für das erste Quartal 2001 bekannt - 195 Millionen US-Dollar Verlust. Heute will Apple nun die Zahlen für das zweite Quartal 2001 bekannt geben und schwarze Zahlen scheinen gut möglich

Morgen, am 18. Januar 2001, will Apple seine Zahlen für das zweite Geschäftsquartal 2001 bekannt geben. Nicht nur die Mac-Gemeinde, sondern auch die Aktieneigner hoffen gegenüber dem letzten Geschäftsbericht , in dem Apple einen Verlust von 195 Millionen US-Dollar eingestehen musste, auf ein schwarzes Ergebnis.

Ungünstiges Umfeld

Das Umfeld ist nicht gerade günstig für positive Geschäftzahlen von Apple. In Amerika reagieren wichtige Firmen bereits mit drastischen Maßnahmen wie Entlassungen von Mitarbeitern auf das sich abkühlende Wirtschaftswachstum. Besonders die IT-Branche ist von der wirtschaftlichen Misere hart betroffen. Vor den jetzt anstehenden vierteljährlichen, geschäftlichen Offenbarungen haben deshalb einige Hersteller Gewinnwarnungen veröffentlicht. So gab beispielsweise Intel an, dass das Unternehmen seinen angepeilten Gewinn wohl um fast 25 Prozent unterschreiten werde. Motorola legte eine Bilanz mit dem ersten Verlust seit 16 Jahren vor - satte 533 Millionen US-Dollar im Minus. Und Cisco gab neben der Ankündigung, dass 8 500 Arbeitsplätze gestrichen würden, eine Gewinn- und Umsatzwarnung heraus.

Als allgemeine Ursache für die derzeitige schlechte Lage, macht die US-Ökonomie das seit fünfeinhalb Jahren niedrigste Wirtschaftswachstum aus. Für die IT-Branche kommt dazu, dass sich die Verbraucher und Firmen schon seit dem Herbst 2000 merklich beim Kauf von Computern zurückhalten.

Apples Versprechen

Noch vor dem wirtschaftlichen Debakel im ersten Quartal 2001, hatte Fred Anderson, Apples Finanzchef, versprochen, dass Apple für das laufende Finanzjahr, das von Oktober 2000 bis September 2001 dauert, einen Umsatz von 6 Milliarden Dollar erwarte und im zweiten Quartal wieder in die Gewinnzone kommen werde. Das schlechte wirtschaftliche Umfeld rechnete der Finanzchef dabei schon mit ein. Begründet hat Anderson das mit der liquiden Kassenlage von 11 US-Dollar pro Anteilsschein und den neuen Produkten wie Mac-OS X und der aktuellen G4-Serie.

Apples voraussichtliche Punktlandung

Mac-OS X ist seit dem 24 März dieses Jahres auf dem Markt, hat also keinen nennenswerten Einfluss auf das zweite Geschäftsquartal, und die aktuelle G4-Familie hat mittlerweile schon mit dem 667er ein Familienmitglied verloren, was nicht für eine erfolgreiche Einführung dieses einzelnen Modells spricht. Dagegen scheint das G4-Powerbook eine echte Erfolgsstory zu sein - unbestätigten Berichten zufolge, soll das geniale Titanmodell die Powerbook-Verkäufe um 30 Prozent in die Höhe getrieben haben. Daneben hat Apple noch genügend Aktien, um einen eventuell auftretenden Verlust zu decken. Von den im Juni 1999 von Akamai gekauften Papieren hatte der Mac-Hersteller am 30 Dezember 2000 noch annähernd 3.1 Millionen in seinem Depot.

Cisco wird seinen Geschäftsbericht am selben Tag wie Apple verkünden und hat bereits eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Von Seiten der Apple-Führung ist dergleichen bis heute nicht zu vernehmen. Auch die Berichterstattung der Medien über die Finanzlage von Apple ist erstaunlich still. So gehen Insider wegen all dieser Indizien davon aus, dass Apple die Punktlandung geschafft hat und Morgen entweder eine schwarze Null oder einen kleineren Gewinn in seiner Bilanz für das zweite Quartal 2001 präsentieren wird. cja

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