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Apple bilanziert Rekordquartal

21.04.2010 | 07:20 Uhr |

Apple hat für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2009/2010 die beste Bilanz außerhalb des Weihnachtsgeschäfts vorgelegt. Der Gewinn verdoppelte sich auf 3,07 Milliarden Dollar, der Umsatz sprang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 49 Prozent auf 13,5 Milliarden Dollar hoch.

Aufmacher Apple Bilanz
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"Die starke Dynamik des Weihnachtsgeschäfts hielt im März-Quartal an, freut sich Apples Finanzchef Peter Oppenheimer. Der Gewinn pro Aktie stieg gegenüber dem Vorjahr um 86 Prozent von 1,79 US-Dollar auf 3,33 US-Dollar. Die Wall Street hatte zuletzt mit einem Gewinn von 2,45 US-Dollar pro Aktie gerechnet.

Das gute Geschäft hatte Apple gemacht, ohne im Berichtszeitraum ein neues Produkt auf den Markt zu bringen, die letzte Überarbeitung der iPods hatte es im September 2009 gegeben, neue Macbooks stellte Apple erst vergangene Woche vor. Dennoch bilanzierte Apple die besten Mac-Verkäufe aller Zeiten außerhalb des Weihnachtsgeschäfts, auch bei den iPhone-Verkäufen steht ein neuer Rekord.

Ein Drittel mehr Macs

Im zweiten Quartal verkaufte Apple 2,94 Millionen Macs, 33 Prozent als im Jahr zuvor. Im ersten Quartal hatte Apple 3,3 Millionen Macs verkauft. Desktops setzte Apple 1,14 Millionen Stück ab, 40 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Verkäufe von Laptops stiegen um 28 Prozent auf knapp 1,8 Millionen Stück. Das Wachstum von 33 Prozent war erneut überdurchschnittlich, laut IDC-Zahlen war der PC-Bereich im ersten Kalenderquartal insgesamt um 24 Prozent gewachsen. Nicht zuletzt seine eigenen Stores trugen zu Apples Erfolg bei, wie CFO Oppenheimer betonte: Jeder zweite der dortigen Käufer hätte zum ersten Mal zu einem Mac gegriffen. In den eigenen Stores verkaufte Apple 606.000 Macs, 38 Prozent mehr als im Vorjahr.

Neuer Rekord für das iPhone

Die besten Verkaufszahlen bisher meldet Apple für das iPhone. Von Januar bis März gingen 8,75 Millionen Smartphones über die Ladentische, 131 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Laut Oppenheimer wachse das iPhone damit dreimal so stark wie der gesamte Smartphone-Markt. Für das starke Wachstum macht Apple die steigende Verbreitung mit verantwortlich, das iPhone ist mittlerweile in 88 Ländern bei insgesamt 151 Providern erhältlich. Zuletzt hatte Apple mit neuen Mobilfunkpartnern Verträge abgeschlossen, etwa mit Vodafone in Großbritannien und Irland. Apple werde aber weiterhin sorgfältig prüfen, ob es sinnvoll sei, mehr Providern Zugang zum iPhone zu gewähren. Man habe zwar einen Umsatzanstieg und eine Vergrößerung der Marktanteile feststellen können, als man in manchen Ländern die Exklusivität aufhob, doch wisse man nicht, ob das in jedem Fall funktionierte, erklärte Apple-COO Tim Cook auf der Bilanzpressekonferenz.

iPod stabil, iPod Touch populär

Der iPod stagniert auf hohem Niveau, im Berichtszeitraum verkaufte Apple mit 10,89 Millionen Playern 1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Dennoch nahm Apple in diesem Segment mehr Geld ein, da der teurere iPod Touch sich um 63 Prozent besser verkaufte als vor einem Jahr. Der iPod-Umsatz stieg um 12 Prozent auf 1,86 Milliarden US-Dollar.

Der iTunes Store spülte mit 1,1 Milliarden US-Dollar soviel Geld in Apples Kassen wie noch nie zuvor. Im Februar überschritt das Musikangebot die Anzahl von 10 Milliarden US-Dollar, bisher zählte der App Store mehr als vier Milliarden Downloads.

Apple vom iPad überwältigt

Das erst seit dem 3. April angebotene iPad ging nicht in die Bilanz ein, zog aber auf der Bilanzpressekonferenz starkes Interesse auf sich. "Die starke Nachfrage hat uns schockiert," erklärte Tim Cook. In der ersten Woche setzte Apple 500.000 Geräte ab, den internationalen Start verschob Apple auf Ende Mai. In den USA wird Apple iPads mit 3G-Mobilfunkchip am 30. April in den Handel bringen. "Wir sind von den Verkäufen begeistert, die haben unsere Erwartungen enorm übertroffen," jubelt Cook.

Für das laufende Quartal rechnet Apple mit einem Umsatz zwischen 13 und 13,4 Milliarden US-Dollar, der Gewinn dürfte zwischen 2,28 und 2,39 US-Dollar pro Aktie betragen. Im dritten Quartal 2009 hatte Apple einen Umsatz von 9,7 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn von 2,01 US-Dollar pro Aktie gemeldet. "Wir blicken zuversichtlich auf unsere Produktpipeline und freuen uns auf die kommenden Monate," sagte Oppenheimer. Zwischen den Zeilen deutete Oppenheimer für das kommende Quartal ein neues Produkt an. Analysten gegenüber verriet er, dass die Marge auf etwa 36 Prozent fallen werde. Ein Viertel des Rückgangs sei auf die Produkteinführung des iPad zurückzuführen, der Rest komme von einem stärkeren US-Dollar, den neuen Macbook Pro, der Einkaufssaison für Bildungseinrichtungen und einem "unangekündigten Produktwechsel".

Die Apple-Aktie hatte gestern vor der Bekanntgabe der Apple-Bilanz an der Nasdaq leicht nachgegeben, der Schlusskurs von 244,59 US-Dollar lag um 2,48 US-Dollar oder 1,00 Prozent unter dem Wert des Vortages.

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