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Apple bilanziert Rekordumsatz und -gewinn

26.01.2010 | 09:18 Uhr |

Apple hat sein neues Geschäftsjahr 2009/2010 mit einem Paukenschlag begonnen. Vollkommen unbeeindruckt von der Wirtschaftskrise setzte Apple von Oktober bis Dezember so viele seiner Macs und iPhones ab wie nie zuvor.

Aufmacher Apple Bilanz
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Apple bilanzierte im wichtigen Weihnachtsquartal 3,38 Milliarden US-Dollar Gewinn und damit anderthalb mal so viel wie vor einem Jahr, als 2.26 Milliarden US-Dollar Überschuss blieben. Der Umsatz stieg um ein Drittel auf 15,68 Milliarden US-Dollar, im Vorjahr war er bei 11,88 Milliarden US-Dollar gelegen.

Mehr Macs denn je verkauft

Auch bei den Verkaufszahlen kann Apple zwei neue Rekorde vermelden. Im Berichtszeitraum verdoppelte Apple seine iPhone-Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr beinahe und setzte auf 8,7 Millionen Stück ab. Der leetzte Rekordwert von 7,4 Millionen Stück datiert aus dem Vorquartal. Besonders gut kam das multifunktionale Handy unter anderem in Deutschland an. Macs verkauften sich 3,36 Millionen Mal, ein Anstieg von einem Drittel gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insbesondre die im Oktober vorgestellten neuen iMac-Modelle kurbelten den Absatz an, Desktops verkaufte Apple 1,23 Millionen Stück, fast 70 Prozent mehr im Vergleich zur Vorjahreszahl von 728.000. Weiterhin profitierte Apple auch vom Boom des mobilen Marktes, 2,13 Millionen Macbooks (mit Pro und Air) gingen über die Ladentische, 63 Prozent aller verkauften Macs waren Mobilrechner. Im Vorjahr hatte Apple noch 1,796 Millionen Laptops verkauft, die Zahl von 2009 lag um 18 Prozent höher. Apples Finanzchef Peter Oppenheimer lobte das Unibody-Macbook, das Apple ebenso im Oktober auf den Markt gebracht hatte. Einzig der Musikspieler iPod schwächelte abermals; hier ging der Absatz um 8 Prozent auf 21 Millionen Stück zurück. Viele Kunden verzichten wegen des iPhone auf einen extra Musikspieler. Den leichten Rückgang hatte Apple jedoch erwartet, die iPod-Verkäufe hatten sich in den letzten drei Jahren kaum verändert und waren im Weihnachtsgeschäft stets auf über 20 Millionen hochgeschnellt, um in den drei übrigen Quartalen bei Werten um 11 Millionen Stück zu liegen. Sorgen macht sich Apple um den iPod keine, dessen Marktanteil liegt in den USA weiterhin bei soliden 70 Prozent, betonte Oppenheimer. Der iTunes Store blicke zudem auf ein Rekordquartal zurück, Zahlen nannte der Finanzchef des Herstellers jedoch nicht.

Die eigenen Stores legten weiter an Umsatz zu, um 17 Prozent auf 1,97 Milliarden US-Dollar. Der durchschnittliche Umsatz pro Store stieg von 7 Millionen auf 7,1 Millionen US-Dollar. Insgesamt verkauften die Stores 680.000 Macs, jeden zweiten an einen Neukunden.

Neue Produkte in der Pipeline

"Die neuen Produkte, die wir dieses Jahr herausbringen wollen, sind sehr stark", sagte Apple-Chef Steve Jobs am Montag im kalifornischen Cupertino, ohne allerdings zu verraten, um was es sich genau handelt. Für Mittwoch hat Apple zu einer Produktvorstellung eingeladen. Spekuliert wird schon seit langem über einen Tablet-Computer mit berührungsempfindlichem Bildschirm.

Mit Apple ist auch in kommenden Quartalen stark zu rechnen. Sollte Apple tatsächlich einen Tablet-Computer herausbringen, würde das vor allem dem E-Book-Reader "Kindle" von Amazon Konkurrenz machen. Das Lesegerät für elektronische Bücher ist der Gewinnbringer des Handelskonzerns. Bei der Masse der Leser hat sich das E-Book aber noch nicht durchsetzen können. Branchenkenner trauen Apple mit seiner geschickten Marketing-Politik zu, das zu ändern.

Bei seinen Handys droht Apple unterdessen Gefahr durch den Suchmaschinen-Giganten Google. Der hatte erst vor kurzem sein erstes eigenes Mobiltelefon namens Nexus vorgestellt. Das multifunktionale Smartphone mit berührungsempfindlichen Bildschirm soll die Vormachtstellung des iPhone brechen.

Branchenkenner stufen die beiden Konzerne als die schärfsten Rivalen beim Kampf um das mobile Internet ein. Laut US-Medien will Apple deshalb sogar die Google-Suche von seinem iPhone verbannen und sich dazu mit dem rivalisierenden Software-Konzern Microsoft verbünden. Der hat mit "Bing" eine eigene Suchmaschine entwickelt.

Für das laufende zweite Geschäftsquartal gab Apple-Finanzchef Peter Oppenheimer einen vorsichtigen Ausblick: Der Umsatz soll bei 11,0 bis 11,4 Milliarden Dollar herauskommen und der Gewinn je Aktie bei 2,06 bis 2,81 Dollar. "Wir haben einen typischen saisonalen Rückgang", erläuterte er. Besonders der Verkauf des iPod dürfte demnach weiter leiden. Apples Barreserven belaufen sich trotz der jüngsten Übernahme des Musikstreaminganbieters Lala auf 39,8 Milliarden US-Dollar, 5,8 Milliarden mehr als vor einem Jahr.

Analysten beglückwünschten die Konzernführung für das gute Abschneiden. Die Euphorie der Anleger hielt sich indes in Grenzen. Die Aktie bewegte sich nachbörslich kaum nach oben.

Allerdings war das Papier auch schon den ganzen Tag über kräftig gestiegen, um 5,32 US-Dollar oder 2,69 Prozent auf 203,08 US-Dollar. Ein Analyst hatte verbreitet, Apple wolle sein iPhone schon bald über alle großen US-Netzbetreiber anbieten. Bislang darf nur AT&T das Handy in den USA anbieten. Würde das Monopol fallen, hätte Apple von jetzt auf gleich Millionen potenzieller Neukunden. In Deutschland läuft der Vertrieb exklusiv über T-Mobile.

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