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Reaktionen auf Jobs’ Auszeit

18.01.2011 | 07:37 Uhr |

Apples Anleger und Kunden haben die Nachricht von Steve Jobs’ gesundheitsbedingter Abwesenheit mit Sorge aufgenommen.

Steve Jobs Macworld Expo 2008
Vergrößern Steve Jobs Macworld Expo 2008

Der Apple-Chef ließ gestern verlautbaren, dass er sich verstärkt um seine Gesundheit kümmern wolle und daher eine Auszeit benötige . Er bleibe zwar CEO des Unternehmens und in strategische Entscheidungen eingebunden. Wie lange die Rekonvaleszenz diesmal dauern würde, steht nicht fest. Den Grund für die erneute Genesungsphase will die New York Times von einer Quelle aus Jobs’ Umfeld erfahren haben: Die im Sommer 2009 transplantierte Spenderleber bereite Probleme. Das Immunsystem sei starken Schwankungen ausgesetzt, die Probleme seien jedoch nicht lebensbedrohlich. Während wegen des Feiertages Martin Luther King Day gestern in den USA die Börsen geschlossen blieben, fielen in Deutschland die Kurse stark, zeitweise bis zu acht Prozent. Auf die Reaktion der Nasdaq darf man gespannt, sein, heute Abend nach Börsenschluss in New York wird Apple die Bilanz für das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2010/2011 veröffentlichen.

Steve Jobs’ Gesundheitszustand hat einen bedeutend größeren Einfluss auf die Geschicke des Unternehmens, als dies bei anderen börsennotierten Firmen der Fall wäre, erklärt der Endpoint-Technologies-Analyst Rogre Kay unseren Kollegen der Macworld.

Ebenso für den Schlüssel zu Apples Erfolg hält Steve Jobs der unabhängige Analyst Jeff Kagan: "Ohne ihn am Ruder wissen wir einfach nicht, ob die Firma auf ihrem Erfolgskurs bleiben kann."

Turbulenzen sieht Roger Kay zunächst kurzfristig auf Apple zukommen und den Mac-Hersteller als potentielles Opfer von Aktienspekulationen. Mittelfristig werde sich aber kaum etwas ändern, zumindest in den nächsten beiden Jahren werde sich für Apple im operativen Geschäft kaum etwas ändern, die Weichen seien bereits gestellt. Jack Gold, Präsident von J Gold Associates, teilt diese Meinung, zumal Apples COO Tim Cook während Jobs’ Feheln im Jahr 2009 einen "hervorragenden Job" gemacht habe. Steve Jobs habe solide Fundamente für das Unternehmen gelegt: "Apple steht ziemlich gut da."

Langfristig könnte sich das Fehlen von Jobs jedoch negativ auswirken, fürchtet Kay, denn Jobs’ Vision über Produktstrategien und technischer Entwicklung könne man nicht so einfach replizieren. Wenn in etwa zwei Jahren die Produktpipeline abgearbeitet sei und Apple einen "nie gesehenen Konkurrenzdruck" erfahre, würde sich die Situation ändern. Apples Erfolg beruhe nicht zuletzt darauf, dass Jobs Gelegenheiten erkenne, wo sie sonst keiner sieht. Seine starke Persönlichkeit helfe Apple zudem bei Verhandlungen mit Partnern. Seine Strahlkraft helfe Apple darüber hinaus, die besten Köpfe anzuwerben und zu halten.

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