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Sculley spricht in der BBC über Jobs

16.01.2012 | 06:56 Uhr |

In einem Interview zeigt sich Sculley erleichtert, dass Isaacsons Biografie die Fakten richtig stellt, dass er Jobs nicht etwa feuerte. Nebenbei fragt er sich, wann Apple in den TV-Markt einsteigt.

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Apples Ex-CEO John Sculley hat im Interview mit der BBC über seine Beziehung zu Steve Jobs geplaudert. Zwar habe er die Jobs-Biographie von Walter Isaacson nicht gelesen, aber gute Rückmeldungen erhalten, dass dieses Buch einige Gerüchte bezüglich seiner Zusammenarbeit mit Jobs aufgeklärt hat. "Ich denke, der Autor eine gelungenes Portrait von Steve vorgestellt, und mit Fakten auch Missverständnisse richtig gestellt. Zum Beispiel, dass ich Steve Jobs nicht wirklich feuerte und dass Apple in Wahrheit damals eine profitable Firma war.", sagte Sculley.

Sculley wurde in 1983 durch Jobs von Pepsi angeworben mit der mittlerweile berühmten Frage " Wollen Sie den Rest Ihres Lebens damit zubringen, gezuckertes Wasser zu verkaufen, oder wollen Sie die Chance bekommen, die Welt zu verändern? ". Streitigkeiten wegen der Macintosh-Entwicklung und der Frage, ob Apples Computer IBM-kompatibel sein sollen, eskalierten letztendlich in 1985 in den Forderungen, den jeweiligen Gegner zu entlassen. Nach dem Quartalsbericht II/1985, dem ersten, in dem Apple einen Verlust melden musste und folglich Mitarbeiter entließ, verließ Steve Jobs Apple.

Sculley erinnert sich im Interview, das zum damaligen Zeitpunkt Apple Macintosh Office vorstellte und Steve Jobs in einer tiefen Depression versank. "Zusätzlich hatten wir einen Riesenkrach, weil Jobs den Preis des Macintosh senken und ich Apples Geld lieber in die Weiterentwicklung des Apple II stecken wollte", sagte Sculley gegenüber der BBC. "Ironischerweise war der ganze Streit nur um das Mooresche Gesetz und nicht persönlich zwischen Steve und mir. In 1985 waren Computer schlichtweg noch nicht leistungsfähig genug, um die Grafik-Auflösung für Laserdrucker zu liefern. 18 Monate später war die Computerentwicklung so weit, dass wir Macintosh Office in Desktop Publishing umbenannten und damit einen Riesenerfolg landeten. Letztendlich war das alles Steves Idee, aber er kam damit einfach anderthalb Jahre zu früh.", gestand Sculley ein.

Sculley wurde in 1993 von Apples Vorstand gekündigt. Im Nachhinein fasst Sculley im Interview zusammen, dass sein größter Fehler die Entscheidung war, Apples Betriebssystem Anfang der 90er auf den PowerPC Prozessor aufzusetzen, statt auf Intels Architektur umzusteigen. Nach Apple stieg Sculley für wenige Monate bei Spectrum Information Technologies ein, kündigte die Stelle aber, sobald er von den schwebenden Betrugsermittlungen gegen die Firma erfuhr. Danach konzentrierte Sculley sich auf politische Aktionen und unterstützte unter anderen den Wahlkampf von Bill Clinton.

Sculley gestand, dass er immer an einen großen Erfolg von Apple glaubte. Insbesondere war er überzeugt, dass Apple nach der Neudefinition des digitalen Verbrauchermarktes zwangsläufig auch in den TV-Markt einsteigen wird: "Fernsehgeräte sind immer noch zu viel zu umständlich zu bedienen. Das ist genau die Herausforderung, der Apple gewachsen ist - und wenn eine Firma das TV-Erlebnis neu gestalten kann, dann ist es Apple", prophezeit Sculley.

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