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Apples Phil Schiller: ”Wir müssen was riskieren”

10.06.2015 | 14:40 Uhr |

Phil Schiller erklärt, warum 16 GB für das Einsteiger-iPhone ausreichend sein sollen und warum man mit dem Macbook mutig ist.

Phil Schiller nahm am Rande der Apple Worldwide Developers Conference Stellung zu verschiedenen Fragen von John Gruber, die TheVerge zusammengefasst hat. Dabei ging es um Themen, welche sowohl die Nutzer als auch Entwickler des iPhone- und Mac-Herstellers bewegen.

Ein Punkt war etwa die Tatsache, dass Apples iPhone-Einstiegsmodell seit 2010 mit dem 3GS noch immer mit lediglich 16 GB Speicherplatz erscheint. Dazu verweist Schiller darauf, dass man mit den zunehmenden Cloud-Speicherdiensten Dokumente, Fotos, Videos und Musik doch verstärkt vom Gerät selbst ausgelagert habe. Das Geld, das man für den Speicherplatz der Einstiegsmodelle spart, könne man etwa in eine verbesserte Kamera investieren. Freilich übersieht oder verschweigt der Apple-Manager dabei, dass man keineswegs überall und jederzeit in der Welt über Highspeed-Internetzugänge verfügt und für Updates auf den iOS-Geräten oft bis zu fünf Gigabyte benötigt wurden. Ein Großteil davon stand zwar anschließend wieder zur Verfügung, dennoch fühlten sich viele Nutzer gezwungen, vorübergehend andere Dateien zu löschen. Dies soll mit iOS 9 allerdings besser werden: Die Updates sollen dann deutlich weniger speicherhungrig sein. Der Bericht bei The Verge äußert auch den naheliegenden Verdacht, dass Apple seine Kunden gern dazu nötigen möchte, einen entsprechenden Aufpreis für das nächstgrößere Modell mit 64 GB zu investieren.

Bezüglich der Akku-Laufzeiten stellte Gruber die Frage, ob Apples iPhone nicht schon dünn genug sei und man lieber in verlängerte Batteriebereitschaft investieren sollte. Schiller kontert mit dem Hinweis, dass ein ”dickeres” Produkt mit einer größeren Batterie auch schwerer und teurer wäre und längere Ladezeiten bedeutete. Man habe alle möglichen Größen und Konfigurationen ausprobiert und gegen die Einbußen abgeglichen. Nach Schillers Überzeugung habe man hier ”großartige Entscheidungen” (”I think we've made great choices there”) getroffen.

Bezüglich des neuen Macbooks mit lediglich einem einzigen USB-C-Anschluss reagiert Schiller sehr deutlich: Wenn alles nur aus schrittweisen (”incremental”) und geringfügigen Veränderungen bestünde, was Apple mache, wo wäre dann die Spannung (”where's the excitement?”), also das aufregend Neue: ”We need to take risks”. Sicherlich sei das neue Macbook nicht für jeden geeignet, aber Apple glaube daran, wegweisende Produkte produzieren zu müssen, um die Welt in die Zukunft zu stupsen. In diesem Fall in eine Zukunft, in der man nicht mehr Kabel in Laptops stecken müsste. Er wolle ein Apple, das kühn, risikofreudig und offensiv sei (”I want an Apple that's bold and taking risks and being aggressive”). Das komplette Interview soll bald auf Daring Fireball erscheinen.

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