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Reaktionen auf das Ende des Xserve

08.11.2010 | 07:02 Uhr |

Die Bekanntgabe auf einer Entwicklerkonferenz in Los Angeles erwartete heftige Diskussionen. Die grobe Kritik blieb jedoch überraschenderweise aus und als idealer Ausweg wird die Freigabe zur Installation von Mac-OS X Server auf Fremdhardware gewünscht.

Für die Bekanntgabe vom Einstellen von Apples Server-Reihe Xserve hat Apple sich das richtige Publikum ausgesucht. Die Ankündigung erfolgte auf der Mac-Tech Konferenz , einer Konferenz für Entwickler auf der Mac-Plattform in Los Angeles. Am Freitag morgen gab der Veranstalter Neil Ticktin bekannt, dass bis Januar 2011 der Vertrieb für Xserve ganz eingestellt werden wird und lud zur öffentlichen Diskussion ein.

Überraschenderweise war die Stimmung nicht völlig negativ. Zwar äußerten einige der Teilnehmer laut ihren Unmut, aber ein Großteil des Publikums schien bereits mit dem Einstellen von Xserve gerechnet zu haben, insbesondere da Apple nie im großen Stil in den Server-Markt eingestiegen war. Eine der vorherrschenden Meinungen war, dass die IT-Abteilungen der Firmen überhaupt keine Notiz nähmen, solange Apple die Installation auf Dritthersteller-Hardware erlauben würde. Von Apples Seite wären lediglich kleine Code-Änderungen und neue Lizenzbedingungen nötig, und die IT-Spezialisten wären voll zufrieden, die Server-Installationen auf beliebiger Hardware auf virtuellen Maschinen einzusetzen, erwarteten Mitarbeiter der Firmen Parallels und VMware, die an dieser Diskussion teilnahmen.

Wer aber nicht auf Apples Einlenken warten will und auf Mac-OS X Server angewiesen ist, der kann zu Mac Pro oder Mac Mini Server greifen. Ein Teilnehmer der Konferenz deutete bereits daraufhin, dass Mac Pros deutlich leiser gegenüber den Xserves sind und in wesentlich kleineren Nischen eingebaut werden können. Auf die Frage der redundanten Hardware der Xserve-Systeme, wie zum Beispiel der doppelten Ausführung von Stromversorgung, gab ein Spaßvogel zum Besten, dass der Einsatz von gleich zwei Mac Pros 100 Prozent Redundanz garantieren. Technisch zwar korrekt ist das jedoch keine Alternative zur Redundanz-Lösung in echten Servern.

Die meisten Entwickler auf der Mac-Tech-Konferenz sahen Apples Entscheidung sehr gelassen und planen, wie ihre Netzwerke auch ohne Xserve weiter laufen werden. Übereinstimmend wäre für alle Apples Kooperation und Lizenz-Lockerung zur Freigabe von Mac-OS X Server auf Nicht-Apple-Hardware eine ideale Lösung, aber darauf will derzeit keiner sein Geld verwetten.

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