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Apples Switch zu Intel: Der Wechsel ist vollzogen

17.10.2006 | 15:04 Uhr |

Noch im Oktober soll der im August angekündigte Apple-Server Xserve in einer Variante mit Intel-Prozessor erscheinen. Der im Juni 2005 angekündigte und für zwei Jahre veranschlagte Wechsel wäre damit endgültig abgeschlossen. Wir blicken in unserer Chronik bis in das Jahr 200 2 zurück und wagen auch einen Ausblick. Denn die Entwicklung des (Intel)-Macs ist nicht abgeschlossen, sondern geht weiter.

Schon bei Einführung von Mac-OS X, dessen Fassung 10.0 im März 2001 in die Läden kam, munkelte man von einer Windows-Version von Mac-OS X. Dass Apple aber einmal auf Intel-CPUs wechseln würde, war auch vor etwas mehr als einem Jahr kaum vorstellbar.

2002: Die Krise

Für Motorola ist 2002 kein gutes Jahr. Nach der Bekanntgabe schlechter Geschäftszahlen des zweiten Quartals rutscht Apple Prozessorlieferant in eine Krise. Eine Krise, die auch Apple betrifft.

Power Mac G4 MDD
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Die G4-Prozessoren, die Motorola damals an Apple liefert, basieren auf alter Technik und schaffen kaum mehr als 1,25 GHz. So macht auch das im August vorgestellte und erst Monate später lieferbare Modell mit zwei 1,25-GHz-CPUs weniger durch besonders beeindruckende Performance als durch hohe Lautstärke auf sich aufmerksam - und das bei einem Preis von fast 4200 Euro (Power Mac Dual). Gleichzeitig ist das Modell auch das Ende einer Ära: Der auch Power Mac MDD genannte Mac ist nämlich das letzte Modell, das unter Mac-OS 9 booten kann.

Der Megahertz-Mythos
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Apple bemüht sich seit Jahren, den so genannten " Megahertz-Mythos " zu relativieren und zu beweisen, dass Macintosh-Computer Intel- und AMD-basierten PCs durchaus Paroli bieten können. Dennoch wird seit der Einführung des neuen Mac-OS X immer wieder spekuliert, ob Apple nicht eines Tages doch auf Intel-Prozessoren zurückgreifen könnte. Denn das Unix-Derivat des Mac-Herstellers basiert auf dem Open-Source-Systemkern Darwin, der auch auf Intel-Prozessoren läuft. Auch der Mac-OS-X-Ahne Next Step war auf der x86-Plattform lauffähig.

Insofern lässt es aufhorchen, als Apple-Chef Steve Jobs der Nachrichtenagentur Reuters gegenüber nicht kategorisch ausschließt, mittelfristig vom Chip-Lieferanten Motorola zu Intel zu wechseln . Reuters berichtet ausführlich über die Macworld Expo in New York und verweist zum Schluss auf Marktbeobachter, die Apple diesen Schritt empfohlen haben. Danach befragt habe Jobs geantwortet: Jetzt müsse erst einmal bis Ende des Jahres die Einführung von Mac-OS X abgeschlossen werden.

Er habe gerne Alternativen, sagt Apples CEO Steve Jobs gegenüber einem Journalisten.

Analysten haben mit ihren Prognosen manchmal recht, wie im August Andrew Neff von Bear Stearns beweist. In seiner Marktanalyse "PC Manifesto" sagt er voraus, in den folgenden Jahren werde Apple von den Chiplieferanten Motorola und IBM zu Intel wechseln . Zu diesem Zeitpunkt gibt es von Apples langjährigen Weggefährten keine CPUs, die mehr als 1 GHz Leistung bieten, während Intels CPUs 2,5 GHz erreichen. Um 2002 ist die Vorstellung eines Macs mit Intel-CPU bzw. Pentium für viele Apple-Fans aber noch unvorstellbar.

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