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Apples-TFT-Monitore - Vom Markt überholt?

12.09.2002 | 12:41 Uhr |

Der Marktanteil der TFTs steigt weiter, CRTs sind jedoch weiter meistgekaufte Monitore.

München/Macwelt- Apple ist sicher einer der stärksten Vertreter der TFT-Bewegung. Der Computerherstelller war einer der ersten, der CRT-Monitore aus dem Programm nahm und TFT-Monitore als die einzig wahre Bildschirmtechnik anpries. Apples Preise können mit denen großer Monitorhersteller nicht mehr mithalten: In der Monitorbranche herrscht gegenwärtig ein starker Preiskampf. Besonders der Verkauf von CRT-Monitoren ist stark eingebrochen, die Stückzahl der verkauften TFT-Monitore ist zwar gestiegen, hat jedoch den Gesamtumsatz der Monitorbranche nicht ausgleichen können. Laut unserer Schwesterzeitung Computerpartner überlegt Sony sogar, sich aus dem CRT-Geschäft zurückzuziehen. So sollen gegenwärtig nur die größten Monitorhersteller in der Lage sein, den Preiskampf mit derart geringen Renditen durchzuhalten.

Für die Konsumenten sind niedrige Produktpreise sehr angenehm, Apples eigene Monitore wirken dadurch jedoch von Monat zu Monat teurer. Gegenwärtig bietet Apple vier TFT-Monitore an. Das Einstiegsmodell mit 15-Zoll-TFT war bei Markeinführung im Juli 2000 hochmodern und relativ preisgünstig. Inzwischen bekommt man bereits von Markenherstellern wie LG und Belinea 15-Zoll-TFTs für 400 Euro, was den Apple-Store-Preis von 810 Euro etwas überteuert erscheinen lässt. Auch technisch ist der zwei Jahre alte 15-Zöller nicht mehr auf dem neuesten Stand. Ein Nachfolgemodell mit 15-Zoll-Monitor ist aber wohl so schnell nicht zu erwarten. Sinn machte dieses Einstiegsmodell schließlich vor allem für Cube-Käufer, für Profianwender ist der Monitor einfach zu klein. Im Bereich der hochklassigen Displays halten dagegen Apples 17-, 22 und 23-Zöller noch besser mit. Im Gegensatz zu den Mitbewerbern richtet sich Apple mit seinen Monitoren schließlich auf vor allem an Profianwender, die Geräte für Heimanwender haben integrierte Bildschirme. Apples Monitore sitzen mit dieser Positionierung aber etwa zwischen den Stühlen. So passen die Geräte sicher im Design hervorragend zur G4-Linie, trotzdem erscheint der TFT-Preis für nüchtern kalkulierende DTPler immer noch recht hoch.

Ein anderes Alleinstellungsmerkmal, die ADC-Schnittstelle, verhindert Kabelwirrwarr und erleichtert die Bedienung, aber auch diese Vorzüge würden wohl vor allem Heimanwender zu schätzen wissen. Zudem wollen viele typische G4-Käufer aus dem Bereich Bildbearbeitung sowieso lieber mit einem für ihre Arbeit besser geeigneten 20-24-Zoll Röhrenbildschirm arbeiten und dies weder mit einem Apple- noch sonst einem TFT. Zumindest im amerikanischen Apple Store findet man deshalb auch neben den Apple-Monitoren einen 17-Zoll-CRT und einen planen 22-Zöller von Mitsubishi.

Vom Markt verschwinden wird der Röhrenmonitor wohl noch lange nicht. Der Trend zum TFT wird sich sicher durchsetzen, dies wird jedoch länger dauern, als viele Analysten prognostiziert hatten.
Stephan Wiesend

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