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Das war die Woche: Wirtschaft schwächelt - Apple wächst

23.01.2009 | 13:50 Uhr |

Während beinahe die gesamte IT-Branche die Folgen der Finanzkrise zu spüren bekommt, hält Apple seinen Wachstumskurs bei. Noch nie machte das Unternehmen so viel Umsatz.

Macwelt-Prognose zu Apples wirtschaftlicher Entwicklung
Vergrößern Macwelt-Prognose zu Apples wirtschaftlicher Entwicklung

Im Übertreffen von Erwartungen hat Apple inzwischen Routine. Wieder einmal lag das Quartalsergebnis Q1/2009 des Herstellers über den Vorhersagen. Erstmals setzte Apple mehr als zehn Milliarden Dollar um. Auch der Gewinn ist hoch wie nie: 1,6 Milliarden Dollar. Macbooks und iPhone sind Kassenschlager, nur die Desktoprechner verlierten etwas an Bedeutung. Die Börse dankte es Apple und die Anleger ließen den Kurs des Unternehmens um zweistellige Prozentwerte ansteigen.

Apples Stern strahlt

Nach Steve Jobs’ Gesundheit fragt in diesen Tagen niemand , das positiv verlaufene Quartal lenkt die Anleger von den Sorgen um die Apple-Spitze ab. Bei der Bekanntgabe der Zahlen bekräftigte das Führungsteam von Apple, dass man viele sehr schlaue Leute im Unternehmen habe. Unterdessen könnte Apple wegen der defensiven Informationspolitik zu Jobs' Gesundheit Probleme mit der Börsenaufsicht bekommen. Die SEC ermittelt gegen Apple . Die Behörde will herausfinden, ob Apple in dem Jahresbericht "10-K" alle anlegerrelevanten Informationen richtig ausgefüllt hat. 10-K ist ein Pflichtbericht für börsennotierte Unternehmen.

Anderen in der IT-Branche geht es derzeit weniger rosig. Quimonda hat nach langen Bemühungen und angebotener Staatshilfe das Handtuch geworfen und die Insolvenz beantragt . Damit ist der Speicherchiphersteller offiziell pleite. Auf dem Spiel stehen 13.000 Arbeitsplätze bei der Infineon-Tochter viele davon in Dresden und München. Der Preisverfall bei Speicher soll Quimida das finanzielle Genick gebrochen haben. Auch bei Microsoft soll es bis zu 5.000 Entlassungen geben (davon nur rund ein Dutzend in Deutschland). AMD , Nokia und Intel gaben dieser Tage ebenfalls düstere Zukunftsprognosen. Einzig IBM lieferte neben Apple ein positives Ergebnis ab.

Netbook? Vielleicht!

Während der Konferenzschaltung, bei der Apple die Zahlen vermeldet, fragten neugierige Analysten auch nach den aktuellen Gerüchten. Mac Netbook? iPhone Nano? Apples COO erteilt dem kleinen iPhone eine Absage, Apple wolle nicht das Handy für jeden bauen, sondern das beste Handy. Bei einem Netbook oder Tablet-Mac klingt Cooks Antwort weniger deutlich: Man schaue sich den Marktsektor an , so der Manager. Man habe sogar Ideen. Statt ein neues, kleines Apple-Gerät explizit zu dementieren, lästert Cook eher über die Geräte, die es derzeit auf dem Markt gibt. Dies klingt nach einer Kampfansage hinter vorgehaltener Hand.

Zudem scheint Apple wieder Gefallen an der Praxis des "Silent Updates" zu bekommen. Neuerungen werden hierbei nicht öffetlich präsentiert, sondern rutschen ohne öffentliche Meldung ins Sortiment. Jüngst hat Apple das Einstiegs-Macbook verbessert und auf den aktuellen Chipsatz der Alu-Macbooks aufgewertet. Dies bedeutet, dass Apple das "alte" Design nicht nur als temporären Notnagel im Entry-Bereich im Sortiment behalten hat, sondern dass das Macbook White noch für Monate zum Programm gehören wird. Vermutlich kann Apple die Preise der Alu-Macbooks noch nicht senken oder möchte eine günstige Alternative mit Firewire behalten.

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