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Apples Zukunft und der iPod

02.03.2004 | 17:27 Uhr |

Am Anfang stand eine Ankündigung von Apple, die unverständliches Kopfschütteln über ein zu teures "Digital Device" hervorrief. Doch seit seinem Verkaufsstart ist der iPod mit zwei Millionen verkauften Exemplaren der beliebteste MP3-Player, mehr noch, er ist zu einem Phänomen geworden für das sich inzwischen nicht nur Musik-Fans interessieren.

Während der iPod mini nahtlos an den Verkaufserfolg des größeren iPod anknüpft, beschäftigen sich zunehmend auch Menschen wie Steven Milunovich mit dem Digital-Lifestyle-Player. Der Analyst der renommierten Unternehmensberatung Merrill Lynch bezeichnet den iPod in einer neuen Analyse als "killer ap", also als Chance Apples sich ein Massenpublikum zu erschließen. Durch das "technische know-how und ein starkes Markenimage" könnte es Apple gelingen sich aus der jahrzehntenlangen Nische als Computerhersteller für eine eng begrenzte Kreativ-Gemeinde zu befreien. Der Merrill-Lynch-Analyst schätzt laut einem Zitat des Dow Jones Newswire, dass der Umsatz des iPod bis 2006 auf zwei Milliarden US-Dollar wachsen könnte, was einem Wertzuwachs von 25 Cent pro Apple-Aktie entspricht. Auch wenn einige Kritiker den iPod als kurzfristige Modeerscheinung abhaken, sagt Merrill Lynch einen langfristigen Erfolg des MP3-Players voraus und schätzt, dass der Mac-Hersteller den Marktvorsprung des iTunes-Music-Store und des iPod für die nächsten zwei Jahren halten kann.

Ist dies also nur der Beginn Apples im zukunftsträchtigen und hart umkämpften "Digital-Life-Markt" mitzumischen? Was der Mac-Hersteller aus Cupertino über Jahre hinweg nicht geschafft hat, nämlich als Computerhersteller zu wachsen, könnte er nun mit hochwertigen Designprodukten wie dem iPod erreichen. Der Markt ist beträchtlich, und dass Steve Jobs die kreativen Visionen hat, um diesen Markt aufzurollen und mitzugestalten, hat er mit dem Musik-Download-Dienst iTunes-Music-Store und dem iPod bewiesen. Der Merrill Lynch-Report geht sogar so weit, dass er iPod und iTunes-Store einen Umsatzanteil von über 50 Prozent an Apples Gesamtumsatz vorhersagt. Momentan liegt dieser Anteil noch bei neun Prozent. Damit wäre Apple nicht nur Computer-Hersteller sondern neben auch Unterhaltungselektronik-Anbieter.

Mit den iLife-Applikationen hat Apple bereits die passende Software entwickelt, der iPod ist das erste Hardwareprodukt dazu. Der Merrill Lynch-Bericht rechnet längerfristig zudem mit Video-Unterstützung, PDA-Funktionen und anderen Eigenschaften für den iPod - das Potenzial ist groß. Michael Gartenberg, ein Analyst von Jupiter Research meint: "Die Frage ist nur, wann Apple den Markt für reif genug hält um einzusteigen." Auch andere sehen Apples Zukunft und Entwicklungschancen eng verknüpft mit dem iPod. Ein Business-Kolumnist von Courierpress bezeichnet den iPod gar als "the future of computing" und sagt voraus, dass Apple in diesem Jahr bereits mehr iPods als Mac-Rechner verkaufen wird, mit einer Marge von geschätzten 27 Prozent.

Fazit
Anfangs unterschätzt, entwickelt sich der iPod mehr und mehr zu einer Wachstumschance für Apple. Der erste Schritt ist gemacht, nun ist Innovation gefragt um das Potenzial auszuschöpfen. Trotz seines hohen Preises scheint der iPod ein Massenprodukt zu werden, das Apple neben Gewinn, Zugang zu völlig neuen Kunden beschert. Dem Mac und zukünftigen Produkten aus dem Hause Jobs kann das nur recht sein.

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