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Chinesische Wintek-Arbeiter klagen weiter über gesundheitliche Probleme

23.02.2011 | 07:41 Uhr |

Auch ein Jahr nach Vergiftungsvorfällen in einer Manufaktur im chinesischen Suzhou leiden Arbeiter unter den Nachwirkungen der in der Produktion eingesetzten Chemikalie N-Hexan

Apple Arbeiter China
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© Apple

Das berichtet der IDG News Service . Der Arbeiter Guo Ruiqiang sagte am Telefon, seine Beine würden immer noch schmerzen und anschwellen, auch ein zweiter Arbeiter namens Jia Jing Chuan behauptete, er würde nach wie vor medizinische Behandlung benötigen.

In der Fabrik stellt der taiwanesische Hersteller Wintek für Apples iPhone 4 Touchscreens her, wie Apple in seinem kürzlich veröffentlichten Supplier Responsibility Report feststellte, waren insgesamt 137 Arbeiter den giftigen Dämpfen von N-Hexan ausgesetzt. Apple habe Wintek dazu aufgefordert, die Lüftung in den Räumen der Fabrik zu verbessern und statt N-Hexan weniger gefährlichen Reinigungsalkohol einzusetzen. "Alle betroffenen Arbeiter wurden erfolgreich behandelt," führt der Bericht über die Zustände bei Apples Zulieferern weiter aus. Die meisten der Arbeiter seien an die Werkbänke zurückgekehrt, so auch Guo und Jia, die jedoch ihrem Arbeitgeber über die Rückkehr der Symptome berichteten und um weitere medizinische Behandlung baten. Wintek habe den Gesundheitszustand der Arbeiter aber auf möglichen Nikotin- und Alkoholmissbrauch geschoben. Jia beteuerte gegenüber dem IDG News Service, weder zu trinken noch zu rauchen. Eine Entschädigung habe Wintek aber nur unter der Bedingung einer Vertragsauflösung angeboten. Die meisten der vergifteten Arbeiter hätten das Unternehmen bereits verlassen, nur wenige seien geblieben, erklärte Guo, der Nachteile für sich fürchtet, wenn er den Aufhebungsvertrag unterzeichnet.

Der Sprecher des Unternehmens Jay Huang rechtfertigt das Vorgehen mit chinesischen Gesetzen. Wintek behandle die Arbeitsunfälle gemäß der geltenden Regeln, die Arbeiter müssten jedoch ihren Vertrag erfüllen oder das Unternehmen verlassen, um Entschädigungen zu erhalten. Betroffene Arbeiter behandle man individuell, wer als vollständig geheilt diagnostiziert wurde, habe dies dem Arbeitgeber schriftlich bestätigt. Vergiftungserscheinungen seien bei den Geheilten nicht mehr aufgetreten.

Die Entschädigungen hätten je nach Fall zwischen 10.000 und 13.000 US-Dollar gelegene, führt Ma Jun vom Institute of Public and Environmental Affairs (IPE) in Peking aus. Die geschädigten Arbeiter fürchteten jedoch die hohen Behandlungskosten, einige wünschten eine neue Untersuchung, um ihren Gesundheitszustand festzustellen. Das IPE hat zusammen mit anderen chinesischen Umweltschutzorganisationen im Januar Apple für zu geringe Transparenz über die Arbeitsbedingungen bei Zulieferern kritisiert. Den Supplier Responsibility Report hält Ma Jun für einen Schritt in die richtige Richtung. Dieser decke aber sich nicht vollständig mit den Erfahrungen, die Ma Jun in Gesprächen mit den Beschäftigten gesammelt habe. Apple solle offen die Probleme angehen und Gesundheitsrisiken aus der Produktion verbannen.

Apple wollte gegenüber dem IDG News Service die Angelegenheit nicht kommentieren.

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