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Fusion Drive im iMac - das steckt dahinter

24.10.2012 | 11:39 Uhr |

Zusammen mit den neuen iMac- und Mac-Mini-Modellen hat Apple eine neue Technologie namens "Fusion Drive" veröffentlicht. Die Zusammenschaltung von Flash- und magnetischem Massenspeicher soll eine deutliche Beschleunigung bringen.

Unsere Kollegen von Mac Observer und Anandtech hatten bereits Gelegenheit mit Spezialisten von Apple über das Thema Fusion Drive zu sprechen. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob Apple die so genannte Hybrid-Technik von Seagate und anderen Festplattenherstellern übernommen habe, doch das stimmt nicht.

Hybrid-Laufwerke verfügen lediglich über vergleichsweise wenig Flash-Speicher, typischerweise vier oder acht Gigabyte. Schreibzugriffe werden hier zudem generell auf den magnetischen Massenspeicher durchgereicht. Beim Schreiben von Dateien bringen Hybrid-Festplatten also keine Geschwindigkeitsvorteile. Anders bei Apples Fusion Drive. Mit 128 Gigabyte ist der Flash-Anteil zunächst deutlich höher als bei den Hybrid-Festplatten und Schreibzugriffe landen grundsätzlich in einem etwa vier Gigabyte großen Puffer auf dem schnellen Flash-Bereich. Erst wenn dieser Puffer in kurzer Zeit überschritten wird, kommen die Daten auf die magnetische Platte, die Schreibzugriffe werden dann langsamer.

Beim Lesen von Daten entscheidet die Fusion-Drive-Software, welche Sektoren auf dem Flash-Bereich vorgehalten werden. Ab Werk sind das zunächst sämtliche OS-X-Komponenten und alle Programme, die Apple auf dem jeweiligen Mac ausliefert. Im Betrieb analysiert die Software ständig im Hintergrund, auf welche Programme oder Dokumente besonders häufig zugegriffen wird und verschiebt diese, ohne Zutun den Nutzers in den schnellen Flash-Bereich. Das findet statt, wenn der Mac gerade nicht viel zu tun hat. Der Benutzer merkt davon also nichts.

Physikalisch besteht das Fusion Drive im Gegensatz zu den Hybrid-Laufwerken aus zwei verschiedenen Festplatten, die beide getrennt von einander per SATA-Anschluss an die Hardware angebunden sind. Erst die Software in OS X macht aus beiden Laufwerken ein einziges Volume. Anders als bei den Hybrid-Festplatten addiert sich somit der Flash-Anteil zu der magnetischen Platte (abzüglich des vier Gigabyte Puffers). Der Flash-Anteil liegt hierbei allerdings nicht als herkömmliche SSD-Platte vor, sondern, wie schon beim Macbook Air und Macbook Pro Retina als Speicherriegel mit einem proprietären Anteil. Sollte eines der beiden Laufwerke ausfallen, kann man es theoretisch ganz einfach ersetzen und die Daten zurückspielen (sofern man ein aktuelles Backup hat). Man muss nicht zwingend beide Teile des Fusion Drive austauschen, wenn nur ein Teil ausfällt.

Theoretisch wäre es denkbar, dass jeder Mac, der zwei Laufwerke per SATA adressieren kann, die Fusion Drive Technologie nutzt. Dazu würden auch ältere Mac Pro, iMacs oder gar Mac Minis zählen. Ob Apple Fusion Drive für ältere Macs freigibt, ist allerdings sehr fraglich. In der Vergangenheit hat der Mac-Hersteller neue Technologien stets den aktuellen Mac-Modellen vorbehalten.  

Was Fusion Drive in der Realität bringt, werden wir erst in einem Praxistest herausfinden können. Sobald uns ein neuer iMac oder ein neuer Mac Mini (für den Apple ebenfalls Fusion Drives anbietet) vorliegt, werden wir die Ergebnisse hier und auf unserem Testcenter-Twitterkanal bekannt geben.

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