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Apples iPhone im Test

13.08.2007 | 15:15 Uhr |

Amerika im iPhone-Fieber: Mit riesigem Medienecho geriet der Verkaufsstart des iPhone in den USA zum kollektiven Happening. Wir konnten testen, wie sich Apples Wunderhandy hierzulande verhält.

Nein, es gab keine hässlichen Szenen. Niemand prügelte sich um die besten Plätze, es gab keine Wutausbrüche wegen mangelnder Verfügbarkeit und auch das amerikanische Telefonnetz brach nicht zusammen. Insgesamt dürfte man den Verkaufsstart des iPhone schon deshalb als Erfolg vermelden.

Tage vorher hatte das noch ganz anders ausgesehen. Wohl noch nie war in den USA ein Stück Elektronik mit solch einer fast hysterischen Euphorie erwartet worden wie das iPhone von Apple. Sonys Playstation und die Xbox-Spielekonsole von Microsoft, für die willige Käufer schon nachts zuvor anstanden, wurden von den sich Tage zuvor bildenden Schlangen völlig in den Schatten gestellt. Keine große Online-Site, keine TV-Station, keine Zeitung, die am Tag X nicht über das iPhone berichtet hätte. Für Apple errechneten Marketing-Experten einen Werbeeffekt im Wert von einer halben Milliarde Dollar – allein durch den Hype, den Apple über ein halbes Jahr für das iPhone ausgelöst hat.

iPhone – nur ein Hype?

Doch so viel Wirbel um ein neues Produkt kann auch schnell ins Gegenteil umschlagen. Was, wenn das iPhone die Versprechungen nicht halten kann? Wenn es Fehler aufweist, die Kunden nicht zufrieden sind? Wenn das „God-Phone“, wie es in den USA ironisch genannt wird, floppt? Die Aktienanleger teilten die Sorgen wohl – am Tag des Verkaufsstarts ging der Aktienkurs nach unten, um nach wenigen Tagen dann aber auf ungeahnte Höhen zu klettern. Apple und AT&T, exklusiver Carrier des iPhone, geben zwar bislang keine Zahlen heraus, doch man kann davon ausgehen, dass die erste Million Geräte nach einer knappen Woche ver-kauft waren. Und laut einer Umfrage der US-Zeitung USA Today zeigten sich 90 Prozent der Käufer zufrieden mit ihrer Anschaffung. Das sind sehr gute Werte.

Erster Deutschland-Test

Wir wollten natürlich wissen, wie es hier mit dem iPhone steht und haben uns ein Gerät aus den USA schicken lassen. Es war schon dort aktiviert, anders lässt es sich hierzulande nicht verwenden. Eine Sozialversicherungsnummer und eine US-Kreditkarte sind nämlich Voraussetzung – wer beides nicht hat, kann mit seinem Gerät nicht einmal Musik hören. Ausgestattet mit einer US-Telefonnummer verhält sich das iPhone im deutschen Netz aber ganz normal. Und abgesehen davon, dass der Rufaufbau wohl wegen des Roamings eine halbe Ewigkeit braucht, kann man mit dem iPhone auch hier ganz normal telefonieren. Weniger Glück hatten wir mit mobilen Datenverbindungen. Das EDGE-Netz mag unser iPhone nicht wirklich und steht meist nicht zur Verfügung. Immerhin ist es dafür unproblematisch, sich in ein WLAN-Netz einzuwählen. Verschlüsselungsart und Kennwort vorausgesetzt, surft und mailt man über WLAN am iPhone leidlich schnell. Und wenn das iPhone ein bekanntes WLAN findet, wählt es sich immer automatisch dort ein, auch wenn EDGE zur Verfügung steht. Wirklich sinnvoll ist es dennoch nicht, das iPhone jetzt schon hier zu verwenden. US-Nummer und Roaming-Gebühren lassen es ratsam erscheinen, noch bis Ende des Jahres abzuwarten – auch wenn es schwer fällt, wie unser Test zeigt.

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