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Apples juristische Rangelei

18.02.2005 | 14:51 Uhr |

Apple verklagt seit Anfang 2005 www.powerpage.org -www.appleinsider.com - www.thinksecret.com. Momentan genehmigen sich beide Seiten eine Atempause.

Apple nimmt etwas den Druck aus den juristischen Rangeleien der vergangenen Wochen: O'Gradys Web-Seite Powerpage ( www.powerpage.org ) und Appleinsider ( www.appleinsider.com ) haben zumindest bis Anfang März Zeit, sich ihre Verteidigungstrategie weiter zu überlegen, seit Apple beide Internetseiten Anfang des Jahres verklagt hatte. Der Vorwurf: Beide hätten Apple-Interna veröffentlicht und sich damit dem Bruch eines Geheimhaltungsvertrags schuldig gemacht oder wenigstens Anreize geschaffen, damit andere einen solchen Vertrag brechen.

Da Apple von keinem der beiden Verantwortlichen Informationen bekommen hatte, versuchte die Firma Anfang Februar über eine Hintertür auf die Spur des Apple-internen Lecks zu kommen: Der Email-Dienst Nfox bekam ein Schreiben von Apples Justizabteilung, in dem mit empfindlichen Geldbußen und einer Klage vor Gericht für den Fall gedroht wurde, dass Nfox nicht die komplette Email-Korrespondenz von Powerpage zugänglich mache.

Diese weitergehenden juristische Schritt der Klageandrohung (Englisch "Subpoena") hat Apple nach Aussagen der Internetaktivisten von Electronic Fronier Foundation EFF vorerst ausgesetzt - das zuständige Gericht in Santa Clara in Kalifornien hat jetzt Zeit, die Unterlagen von Apple und EFF zu studieren; nach ersten Schätzungen wird Anfang März eine Anhörung beider Parteien stattfinden.

Unklar ist aber weiter, ob umgekehrt Powerpage beziehungsweise Jason O'Grady gerichtlich gegen den Email-Provider Nfox vorgeht. Denn dessen Chef, Karl Kraft, hatte Apple bereits Mitte Dezember davon informiert, dass das gesuchte Wort "Asteroid" möglicherweise in der Email-Korrespondenz von Powerpage vorkommt. Sollte Kraft tatsächlich die Emails von Powerpage durchsucht und Informationen daraus an Apple weitergeleitet haben, dann hätte Kraft gegen das amerikanische Pendant des deutschen Briefgeheimnisses verstoßen, schreibt die EFF (gegen "Stored Communications Act 18 U.S.C § 2702).

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