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Apples neue Schrift San Francisco

10.06.2015 | 13:32 Uhr |

OS X bekommt nach zwei Jahren schon wieder eine neue Systemschrift. Den Font San Francisco kennt man schon von der Apple Watch.

Erst mit OS X Yosemite und der Umsetzung des von iOS 7 bekannten "Flatdesign" hatte Apple die Systemschrift geändert. Helvetiva Neue löste Lucida Grande ab , das seit der Public Beta im Jahre 2000 dem Mac-Betriebssystem OS X als Systemschrift diente. Nur ein Jahr später ändert Apple erneut den Font und vereinheitlicht dabei die Systemschriften. Für OS X, iOS und Watch OS wird es fortan nur noch den eigens für Apple gestalteten Schriftsatz San Francisco geben.

Die Unterschiede sind nicht groß, die San Francisco ist wie die Helvetica Neue eine serifenlose Schrift - mit den bekannten Nachteilen, dass sich einige Buchstaben miteinander verwechseln lassen, wie das große "I" und das kleine "l". (Das ist auch bei der auf unserer Website verwendeten Schrift Lato der Fall - aber wenigstens unterscheidet sich die "1" noch deutlich davon, sodass man bei "11 l Illerwasser" nicht nur senkrechte Striche sieht...). Der Vorteil einer serifenlosen Schrift liegt ebenfalls auf der Hand: Gerade auf kleinen Bildschirmen würden die Häkchen und Balken den geringen Platz noch mehr füllen und die Lesbarkeit reduzieren.

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Bei der Gestaltung der Schrift hat Apple vor allem kleine Bildschirme wie eben jenen der Apple Watch im Blick gehabt, verrät Alan Dye, Apples neuer Vorstand "Human Interfaces" dem Magazin Wired . Die Schrift sei im Vergleich zur Helvetica Neue ein wenig fetter geworden - bei iOS 7 hatte Apple noch den Light-Schriftschnitt eingesetzt und dafür herbe Kritik kassiert, dass die Schrift kaum noch zu lesen sei. Zudem komme die San Francisco etwas kondensierter und die Unterschiede zwischen Klein- und Großbuchstaben geringer. Dies alles diene einer besseren Lesbarkeit, schließlich übernehme die Schrift übernehme in vielen Fällen die Nutzerführung. OS X, iOS und Watch OS verzichten an vielen Stellen auf Knöpfe, Regler und Schaltflächen.

Die Buchstaben der San Francisoc im Überblick. Die virtuelle Tastatur beschriftet die Tasten je nach Stellung der Feststelltaste mit Klein- oder Großbuchstaben.
Vergrößern Die Buchstaben der San Francisoc im Überblick. Die virtuelle Tastatur beschriftet die Tasten je nach Stellung der Feststelltaste mit Klein- oder Großbuchstaben.

Eine interessante Neuerung bekommt in iOS 9 die virtuelle Tastatur: Nur wenn man die Feststelltaste gedrückt hat, sind die Buchstaben auf den Tasten auch groß, sonst klein.

Die Zahlen unterscheiden sich im Detail: Links die bisherige Systemschrift Helvetica Neue, rechts die San Francisco. Auseinanderhalten kann man sie vor allem anhand der Ziffern 1, 6, und 7 sowie am Euro- und @-Zeichen. Insbesondere bei der neuen Ziffer 6 sehen Kritiker Verwechslungsgefahr zur 8. In der San Francisco stehen Großbuchstaben nicht mehr so weit hervor ("Leerzeichen").
Vergrößern Die Zahlen unterscheiden sich im Detail: Links die bisherige Systemschrift Helvetica Neue, rechts die San Francisco. Auseinanderhalten kann man sie vor allem anhand der Ziffern 1, 6, und 7 sowie am Euro- und @-Zeichen. Insbesondere bei der neuen Ziffer 6 sehen Kritiker Verwechslungsgefahr zur 8. In der San Francisco stehen Großbuchstaben nicht mehr so weit hervor ("Leerzeichen").

Warum Apple auf die Helvetica Neue nun komplett verzichtet und mit der Neuentwicklung San Francisco Schwächen der Typografie beseitigt, erklärt sich aus einem Video, das der renommierte Schriftenexperte Erik Spiekermann schon vor zwei Jahren aufgenommen hat. Darin erklärt er, warum Produktdesignder die Helvetiva zwar lieben, sie aber für den gedachten Zweck völlig ungeeignet ist:

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