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Apples neue iMacs

05.10.1999 | 00:00 Uhr |

Steve Jobs hat es doch getan. Auf einer extra einberufenen Keynote in Cupertino, Kalifornien, stellte er am Dienstag, wie schon zuvor spekuliert worden war, neue iMacs vor. Den beliebten Einsteiger-Kompakt-Knuddel-Mac gibt es ab sofort in drei verschiedenen Konfigurationen und einer neuen Farbe - ein grafit-graues Gerät ergänzt die bisherigen Bonbon-Farben. Die größte Sensation aber ist der Preis: Trotz besserer Ausstattung kostet der iMac ab sofort schlappe 999 US-Dollar - hierzulande knapp 2300 Mark.

Das Gehäuse unterscheidet sich kaum von den bisherigen iMacs, allerdings sind die bunten Seitenteile transparenter. Das Blechgehäuse, das unter dem Gehäuse der bisherigen iMacs zu sehen ist, hat Apple entfernt. Nun erkennt man unter dem halbtransparenten Gehäuse die nackte Bildröhre. Für einen guten Ton sorgen nun bessere Lautsprecher, die Apple zusammen mit Harman Kardon entwickelt hat. Als Sahnestück kann man sogar an der USB-Schnittstelle den Subwoofer iSub von Harman Kardon anschließen, der ein sehr futuristisches Äußeres hat und durchsichtig ist. iSub kostet 99 US-Dollar.

Komplett neu entwickelt ist die Hauptplatine. Auffälligste Neuerung ist eine Klappe auf der Rückseite des iMac, die sich auch gegen unerwünschten Zugriff schützen läßt. Öffnet man die Klappe, kann man ohne Schrauberei den Arbeitsspeicher auf bis zu 512 MB erweitern. Wie beim iBook und den Power Macs G4 ab 450 MHz kann man nun auch auch im iMac eine Airport-Karte einbauen. Ihr Steckplatz befindet sich über den beiden Arbeitsspeicher-Steckplätzen. Der Systembus arbeitet jetzt mit 100 MHz anstatt den bisherigen 66 MHz. Auch die USB-Schnittstelle ist überarbeitet: Die beiden Anschlüße können nun auf zwei Controller zugreifen und müssen sich nicht mehr wie bisher einen Controller teilen.

Alle Spielefreunde werden sich freuen: Apple verwendet nun wie bei den "großen" Power Macs G4 den Rage-128-Grafikchip von ATI, der allerdings nicht auf 16 MB, wie bei seinen großen Bruder, sondern auf 8 MB Videospeicher zugreift. Dafür kann der Grafikchip nun eine AGP-2X-Schnittstelle nutzen, die mit 132 MB/s vier mal schneller als der 33 MB/s schnelle PCI-Bus des bisherigen iMacs ist. Bei einer Präsentation von Phil Schiller, Vizepräsident Produktmarketing bei Apple, mit der Vorversion des Ballerspiels Quake III zeigt die Grafikkarte eine gute Darstellung der Grafik. Die beiden "größeren" Varianten besitzen zudem einen externen VGA-Anschluß, um einen weiteren Monitor anzuschließen.

Alle iMac-Modelle haben ein eingebautes 56KBit/s schnelles Modem und eine 10/100BaseT-Ethernet-Schnittstelle. Bei den beiden "größeren" der drei iMac-Modelle findet man zudem auch zwei Firewire-Schnittstellen mit einer Geschwindigkeit von jeweils 400 MBit/s.

Ein besonderes Merkmal ist der fehlende Lüfter. Der neue iMac kommt ganz ohne Lüfter aus und ist deshalb entsprechend leise. Wenn die Festplatte nicht arbeitet, ist der iMac nicht zu hören.

Die drei verschiedenen Modelle im Überblick:

Das Einsteigermodell hat ein 350 MHz schnellen G3-Prozessor, der auf 512-KB-Backside-Cache zugreift. Der kleinste iMac kostet 999 US-Dollar (2299 Mark) und hat neben einer 6 GB großen Festplatte 64 MB Arbeitsspeicher eingebaut. Es ist nur in der Farbe Blueberry zu haben. Bemerkenswert ist das 24fach schnelle CD-Laufwerk: Es hat einen Slot-In-Mechanismus, das ganz ohne CD-Schlitten auskommt. Man steckt einfach die CD in den Schlitz und das Laufwerk zieht diese ein.

Das mittlere Modell nennt sich iMac DV und hat wie das "größte" Modell einen 400 MHz schnellen Prozessor mit 512 KB großem Backside-Cache. Es kostet 1299 US-Dollar (2999 Mark). iMac DV ist als einzige Konfiguration in den bisherigen fünf Farben zu haben - allerdings mit einem Gehäuse, das transparrenter als bisher ist. Zusätzlich zu der "kleinsten" Konfiguration finden sich zwei Firewire-Schnittstellen, an der man beispielsweise einen DV-Camcorder anschließen kann. Ein Programm zum Schneiden der digitalen Filme legt Apple auch bei: Mit iMovie kann man auf einfache Art Filme von dem DV-Camcorder herunterladen und bearbeiten (etwa schneiden, Überblendeffekte einbauen, Titel und Musik zufügen). Der fertige Film läßt sich dann entweder auf der Festplatte speichern oder wieder zum DV-Camcorder zurückspielen. Neben 64 MB Arbeitsspeicher ist im iMac DV eine 10 GB große Festplatte eingebaut.

Das Spitzenmodell des iMac hört auf den Namen iMac DV Special Edition und hat ein fast komplett durchsichtiges Gehäuse in Graphit-Grau. Es kostet 1499 US-Dollar (3499 Mark). Die Ausstattung ist bis auf den 128 MB großen Arbeitsspeicher und der 13 GB großen Festplatte identisch mit der des iMac DV. mas

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