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Analyst hält Mac App Store schlecht für den Handel

25.10.2010 | 07:14 Uhr |

Während für Kunden und Entwickler die Aussichten rosig und vor allem "reibungslos" sind, müssen alle anderen Händlern von Mac-Software mit erheblichen Umsatzeinbußen rechnen.

Mac App Store 2
Vergrößern Mac App Store 2

Der Mac App Store wird dem Einzelhandel erheblich Umsatz kosten, warnen Analysten. Dabei sind Fragen wie Preise und Verfügbarkeit noch lange nicht geklärt.

Am letzten Mittwoch hat Steve Jobs die Einführung eines App Stores für Macs innerhalb der nächsten drei Monate versprochen. Damit will Apple das App Store-Erfolgsmodell von iPhone, iPod Touch und iPad auf die Mac-Plattform ausweiten. "Der Mac App Store wird der beste Platz sein, um neue Mac-Software zu entdecken. Nicht der Einzige, aber wir glauben, es wird der beste Ort sein", erklärte Jobs. Wie der jetzige Online App-Store von Apple soll der neue Mac App Store Softwarekauf und Installation mit einem Klick bieten. 70 Prozent des Verkaufspreises gehen an den Softwareentwickler und die restlichen 30 Prozent behält Apple.

Im Mac App Store können die Softwareentwickler die Preise bestimmen, aber im Gegenzug kontrolliert auch hier Apple, welche Programme außen vor bleiben müssen. Apple hat klare Richtlinien , die den Einsatz von Dritt-Hersteller Dienstprogrammen zur System-Diagnose nicht zulassen, oder auch Programme, die sich auf bestimmte Java-Installationen verlassen, bannen.

Analysten beschreiben das neue Modell als "reibungslos"

Van Baker, ein Analyst bei Gartner, der am letzten Mittwoch in Cupertino live dabei war, sieht die offensichtlichen Vorteile für Apple und die Entwickler. Weniger rosig jedoch schätzt er die Aussichten für all die Apple-Händler ein, die bisher fast exklusiv Mac-Software verkauften. Auch Scott Schwarzhoff, dem Vizepräsidenten von Accelerator, einem Re-Kompiler für Software die dann auch auf den Apple Plattformen läuft, sieht schwarze Aussichten für die Software-Läden. Für Entwickler hingegen sieht auch er den Mac App Store als logische Weiterentwicklung des App Stores. "Reibungslos" ist das Schlagwort, mit dem sowohl er als auch Baker das neue Verkaufs-Modell am besten beschreiben. "Reibungslose Abwicklung, reibungsloser Kauf, Installation und Update von Software.", erwarten die Analysten.

Michael Silver, ein weiterer Marktforscher bei Gartner und einer der Hauptanalsten der Entwicklungen der Konkurrenten Microsoft und Apple, bezeichnet den Handel über die Ladentheke als "schlichtweg veraltet." Aber auch er stimmt in die düsteren Prognosen für Software-Händler ein. Den Mac App Store bezeichnet er für die als "richtig schlechte Nachrichten." Als Vergleich spricht er von Blockbuster, einem Videoverleih in den USA, der dank der Online-Modelle und Sofort-Lieferungen von DVDs durch Netflix Ende September Konkurs einreichte.

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