Von Peter Müller - 22.10.2010, 07:32

Apps für den Mac

Entwickler freuen sich auf Mac App Store

Entwickler haben den am Mittwoch von Steve Jobs angekündigten Mac App Store, integraler Bestandteil von Mac-OS X 10.7 Lion und in 90 Tagen schon für Mac-OS X 10.6 Snow Leopard verfügbar, zwar begrüßt, andererseits bleiben Fragen offen, wie eine Umfrage unserer Kollegen von Macworld ergeben hat.
"Entwickler wollten schon lange eine Möglichkeit, die große Zahl von Mac-Anwendern anzusprechen, sie sich sonst nicht nach Software von Drittherstellern umsehen," freut sich Jean MacDonald von Smile Software auf die neuen Möglichkeiten. Apple platzier mit dem Mac App Store eine Einkaufsmöglichkeit den Anwender direkt vor die Nase. Auch Manton Reece von Riverfold Software will mit seinen Produkten wie Wii Transfer in den Mac App Store, befürchtet aber, an den Produkten weiter arbeiten zu müssen, damit sie Apples strenge Richtlinien erfüllen.
Damit ist Reece nicht alleine, der Mac App Store werde die Entwicklerlandschaft bedeutend umstellen. Bisher konnten Entwickler sich auf private APIs und eigene Frameworks stützen oder Bugs in Mac-OS X umgehen - ein undenkbares Vorgehen bei der Entwicklung von Apps für iPad und iPhone. Dass Apple auch beim Mac App Store strenge Richtlinien für die Freigabe setze, befürchtet Rich Siegel von Bare Bones Software: "Ich kann mit Sicherheit sagen, dass viel der heute populären Mac Apps es nicht in den Mac App Store schaffen würden, wenn die Richtlinien streng ausgelegt werden." Er hoffe daher auf Flexibilität in Sachen Freigabe für auf dem Markt etablierte Apps.
Der Mac App Store werde für Lion "optional" Sein, versprach Jobs, doch muss das nicht für immer gelten, vermutet Siegel. Mit Mac-OS X 10.8, das etwa zwei Jahre nach Lion erscheinen dürfte, könnte der Mac App Store die einzige Möglichkeit sein, Software für den Mac anzubieten.
Auch in Sachen Bezahlung sein noch nicht alles geklärt. Im App Stores sind Updates einer bereits gekauften Software stets kostenlos, der Entwickler kann erst wieder Geld verlangen, wenn er das Programm komplett neu gestaltet. Bezahlte Updates für Desktop-Software sind bei Versionssprüngen jedoch durchaus üblich.
Das 70/30-Modell für die Aufteilung der Umsätze hingegen kommt bei allen befragten Entwicklern gut an. "Es kostet mich weit mehr, eine gute Produkt-Website zu entwickeln und auf den Stand zu halten, Marketing und anderes, was nicht Teil des eigentlichen Produktes ist," erklärt Saulius Dailide von Pixelmator. Das 79-Cent-Problem des App Store sollte im Mac App Store auch von geringerer Beduetung sein, Entwickler befürchten nicht, dass ihre hochwertigen Produkte in der Flut billiger Apps untergehen würden. "Ich glaube nicht einmal, dass es ein Rennen um 79-Cent-Apps geben wird," meint Ken Case von der Omni Group, "aber das würde mich ohnehin nicht stören." Schon jetzt verkaufe seine Firma hochwertige Software zu Preisen zwischen 15 und 50 US-Dollar im App Store.
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