Apps und Internet
Mobilfunk-Branche rüstet sich für Daten-Boom
Das Datenvolumen durch mobile Internetverbindungen wird sich in den nächsten Jahren deutlich steigern. Bald wird der Mehrheit der Handys internettauglich sein. Die Betreiber müssen deshalb aufrüsten. Gleichzeitig werden Apps immer wichtiger
Die Mobilfunkbranche rüstet sich für den Durchbruch von Datendiensten auf dem Handy. Eine Schlüsselrolle spielt dabei Software, die Mobiltelefone nützlicher machen soll. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona wurden am Montag mehrere wichtige Allianzen angekündigt, die das Kräfteverhältnis in der Mobilfunk-Industrie verändern sollen.
So taten sich Nokia und Intel zusammen, um mit einer neuen Software ein Komplettangebot über nahezu alle elektronischen Geräte hinweg zu bieten, vom Handy über Unterhaltungselektronik wie Fernseher bis hin zu Autoradios. Die Vision für das Betriebssystem mit dem Namen Mee Go ist, dass Nutzer überall auf ihre Programme und Daten zugreifen können. Nokia-Topmanager Anssi Vanjoki versprach, Mee Go werde nichts geringeres als "die nächste Computergeneration" sein. Nokia ist der weltgrößte Handy-Hersteller und Intel der mit Abstand führende Chipproduzent.
2009 war jedes siebte verkaufte Handy ein Smartphone, wie die Kombination aus Mini-Computer und Handy genannt wird. In diesem Jahr dürfte es bereits mindestens jedes vierte sein, zum Jahr 2013 soll der Marktanteil schon bei 40 Prozent liegen. Im kommenden Jahr wird schätzungsweise deutlich mehr als eine halbe Milliarde Menschen unterwegs mit Breitband-Verbindungen im Internet sein.
Programme für das Handy, sogenannte Apps, werden dabei immer wichtiger. Im Moment gibt es jedoch mehrere verschiedene Plattformen, die nicht miteinander kompatibel sind. So kann zum Beispiel ein Programm für Apples iPhone nicht ohne zusätzliche Programmierer-Arbeit auf Handys mit Googles Betriebssystem Android oder Nokias Symbian-Telefonen laufen.
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Um die Spaltung zu überwinden, wurden in Barcelona gleich mehrere Projekte angekündigt. Zum einen gründeten 24 Mobilfunk-Anbieter, darunter Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica, die "Wholesale Applications Community", die plattformübergreifend funktionieren soll. Zum anderen versammelte der Softwarekonzern Adobe große Mobilfunkpartner hinter seiner Programmierplattform "Air".
Damit könnte die Konkurrenz für Apple zunehmen. Der iTunes App Store des iPhone-Konzerns machte den Anfang für den Trend - und ist bisher auch der erfolgreichste mit mehr als drei Milliarden Downloads. Bei iTunes heruntergeladene Programme laufen aber auch nur auf Apple-Geräten.
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