Von Peter Müller - 27.12.2007, 09:21

April: Die Macht der Acht

Statt immer höherer Taktraten bekommen Prozessoren für Notebooks, Desktops und Server immer mehr Prozessorkerne. Im April stellt Apple seinen ersten Mac Pro mit acht Prozessorkernen vor: Zwei Quad-Core-CPUs von Intel mit Codenamen Clovertown finden in den Flaggschiff-Mac.

Acht Kerne für den Mac Pro

Apple rüstet den Mac Pro nun auf Wunsch auch mit acht Prozessorkernen aus. Die neue Konfiguration basiert auf zwei Xeon-Prozessoren mit je vier Kernen. Zwar stecken im Grundmodell noch immer zwei Xeon-Prozessoren mit einer Taktung von je 2,0 bis 3,0 Gigahertz, wählen lassen sich jetzt aber auch zwei Xeon-Prozessoren mit je vier Kernen und 3 Gigahertz Taktfrequenz. Bei den verbauten Vierkern-Prozessoren handelt es sich um die schnelleren Modelle der Modellreihe „Clovertown“, die anderen müssen mit „Woodcrest“-Chips auskommen. Mit der „Clovertown“-Reihe, deren erste Modell im Dezember 2006 erschienen waren, hat Intel nicht nur weitere Stromsparfunktionen in die für Server ausgelegten Prozessoren eingebaut, sondern auch die Geschwindigkeit pro Kern gesteigert. Der Aufpreis zum Modell mit zwei Dual-Core Xeon-Prozessoren mit 2,66 GHz Taktfrequenz liegt bei 1449,99 Euro, den Unterschied zwischen vier und acht 3-GHz-Prozessorkernen lässt sich Apple 679,99 Euro kosten. Die Standard-Konfiguration des Mac Pro kostet somit 3969 Euro. Mit acht Kernen pro Mac ist noch lange nicht Schluss, schon im April kündigt Intel für das Jahr 2008 Prozessoren mit acht Kernen an. Anstatt einer „Megahertz-Lücke“ öffnet sich eine „Core“-Lücke: Intels Hauptkonkurrent AMD bringt seine Quad-Core-Chips erst im Herbst auf den Markt und hinkt in der Entwicklung hinterher. Im Macwelt-Test kann der neue „Super-Mac“ durch die Bank überzeugen, es fehlt lediglich noch an Software, welche das reichhaltige Angebot an Prozessor-Kernen auch ausnutzt.

Meilenstein erreicht: 100 Millionen iPods verkauft

Wie Apple am 9. April vermeldet, hat das Unternehmen seit der Markteinführung des iPod Ende Oktober 2001 insgesamt 100 Millionen Stück der Mediaplayer verkauft. Seit dem Start fünfeinhalb Jahre zuvor brachte Apple bis dato zehn Variationen des iPod auf den Markt. Fünf verschiedene iPod-Generationen, zwei „iPod-Mini“-Serien, zwei Generationen des „iPod-Nano“-Players und zwei Modellreihen des „iPod shuffle“ hat Apple seither lanciert. Die iPods sind dabei zu einem Umsatz- und Gewinngaranten für das Firmenergebnis geworden.
Steve Jobs, Chief Executive Officer (CEO)von Apple, sagte anlässlich des Verkaufs des 100-millionsten iPod-Spielers, dieser habe "Millionen Fans auf der ganzen Welt geholfen, ihre Leidenschaft zur Musik wieder zu entdecken".
Das Ende des iPod-Booms ist laut Apple nicht in Sicht, was unabhängige Analysten bestätigen. Greg Joswiak, als Apples Vizepräsident für das weltweite iPod-Marketing zuständig, blickt zurück: „Interessanterweise haben wir im Jahr 2004 unseren Marktanteil rasch ansteigen sehen, als die Konkurrenz massiv auftrat.“ Mehr Wettbewerb habe Apple nicht geschadet, sondern auf Grund des Bezugs auf den iPod sogar genützt. Der Analyst Tim Bajarin von Creative Strategies ist der Ansicht, dass niemand wisse, „wie Apple vom Thron zu stoßen ist.“ Ingrid Ebeling von JMP Securities spekuliert in einer Notiz an Anleger, dass Apple 500 Millionen iPods absetzen werde, bevor sich erste Sättigungseffekte zeigten. Damit würde Apple den Verkaufserfolg des Sony Walkmann in den Schatten stellen, der sich in den 80er- und 90er- Jahren über einen Zeitraum von insgesamt 15 Jahren weltweit 350 Millionen Mal verkaufte.
Rund um den iPod entwickelte sich eine erfolgreiche Zubehörindustrie. Mittlerweile sind für die diversen iPod-Varianten über 4000 Accessoires erhältlich - angefangen bei Design-Taschen über mehr oder weniger opulent ausgelegte Lautsprechersysteme. Im Herbst sollte Apple mit dem iPod Touch eine neue Variante einführen und neue Generationen von „iPod Classic“ und „iPod Nano“ auf den Markt bringen. Bis Ende 2007 dürfte Apple fast 50 Millionen weitere iPods verkauft haben, davon alleine im Schlussquartal 25 Millionen Stück.
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