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Studie: iPod schafft Arbeitsplätze

11.07.2011 | 07:05 Uhr |

Immerhin zwei Drittel des Einkommens für neue iPod-Arbeitsstellen gehen an Mitarbeiter in den USA. Während einige Analysten dort auf mehr Firmen wie Apple hoffen, sehen andere einfach nur schwarz.

05 Apple Logo blauer Himmel
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Eine neue Analyse in den USA untersuchte, ob Apple mit der Entwicklung des iPods Arbeitsplätze schaffte und der Ökonomie spürbar auf die Beine half. In einem Blog auf der Time.com-Webseite verglich die Studie von The Journal of International Commerce and Economics (das Internationale Ökonomie- und Handelsmagazin) die Auswirkungen von Apples iPod-Entwicklung auf die USA im Vergleich zum Rest der Welt.

Einige der Ergebnisse sind nichtwirklich überraschend: 13.920 neue Arbeitsstellen wurden in den USA geschaffen, aber ungefähr doppelt so viele im Ausland (27.250). Interessanter hingegen ist, dass von den letzteren nur 12.270, und damit weniger als die Hälfte, in China entstanden. Im Vergleich zur jeweiligen Gesamtbevölkerung profitierten die Philippinnen und Korea also wesentlich mehr. Wenn es aber um Einkommen geht, dass sind laut Chrystina bei Reuters die 13.920 US-Amerikaner die Top-Gewinner des iPod-Booms : Mit insgesamt 750 Millionen US-Dollar erhielten sie den Löwenanteil des Einkommens, wohingegen im Ausland lediglich 320 Millionen US-Dollar an alle Arbeiter verteilt wurden.

Laut dem Ökonom Ryan Avent zeigt dies, dass trotz dem Jammern der US-Politiker einheimische Firmen signifikant zum Bruttosozialprodukt der USA beitragen und die Ökonomie stärken. "Die Frage ist nicht: "Warum stellt Apple nicht mehr Amerikaner ein?" - die Frage ist vielmehr: "Warum gibt es nicht mehr Firmen wie Apple?" Vielleicht werden die Probleme verursacht durch begrenzten Ehrgeiz, unzureichendem technischen Fortschritt, ungenügender Ausbildung der Arbeiter oder begrenzenden Firmenrichtlinien. Zur Lösung muss an all diesen Problemen gearbeitet werden. Meckern, dass neben dem Beitrag zur amerikanischen Wirtschaft auch Arbeiter in China profitieren, schadet uns nur.", fasst Avent zusammen.

Roya Wolverson, die Autorin des Time-Blogs , sieht in der Logik von Avent einen Fehler. Sie glaubt nicht daran, dass mehr Apples der US-Ökonomie zu mehr Arbeitsplätzen verhelfen könnten, aber sie sieht keine Chance, mit genug Nachfrage die Gründung von mehr Apple-ähnlichen Firmen zu unterstützen. Wolverson argumentiert, dass bereits jetzt der Markt für technologische Neuerungen gesättigt ist und in der Tat uns mehr bescherte, als wir uns leisten können. Nicht nur die USA und Europa haben sich verschuldet, um beim Verbrauch mithalten zu können, sondern auch China droht eine Schuldenkrise. Die Messlatte für Verschuldung, das Verhältnis von Schulden zu Bruttoinlandsprodukt erreicht auch in China bereits 150 Prozent und liegt somit gleichauf mit Griechenland.

Und während die jede Menge US-Amerikaner unter den Seiteneffekten der Schuldenlast leiden, kann keine spürbare Erleichterung für das Land erwartet werden, wenn lediglich "6.101 hochqualifizierte US-Bürger bei Apple Spitzenlöhne einfahren.", kritisiert Wolverson.

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