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Arcor streicht Marke o.tel.o

23.08.2001 | 00:00 Uhr |

Die Telefonmarke o.telo verschwindet vom Markt. Vom 1. November an werde das Vertragskundengeschäft Schritt für Schritt auf Arcor übertragen, kündigte der Vorstandschef des Mutterunternehmens Arcor, Harald Stöber, am Donnerstag in Berlin an. Arcor erhofft sich von diesem Schritt, dem der o.tel.o-Aufsichtsrat am Tag zuvor zugestimmt hatte, ab Mitte 2002 Einsparungen von 90 Millionen Euro (176 Mio DM) im Jahr.

Entlassungen werde es nicht geben, sagte Stöber. Alle 550 o.tel.o- Beschäftigten werden zum 1. Januar 2002 von Arcor übernommen. "Die Betriebsstandorte in Köln und Essen bleiben so bestehen wie sie sind." o.tel.o ist seit 1999 Teil der Arcor-Gruppe, die wiederum mehrheitlich zum britischen Vodafone-Konzern gehört.

"Die Zeiten, in denen sich ein Unternehmen zwei komplette Marken bundesweit leisten kann, sind vorbei", sagte Stöber. Der Verfall der Telefonpreise habe den Schritt früher notwendig gemacht, als er gedacht hätte. Durch die Zusammenführung hofft er, die gesamte Arcor- Gruppe wie angekündigt 2003/04 in die Gewinnzone zu führen. "Sonst wäre das nicht mehr haltbar gewesen." o.tel.o-Vertriebschef Siegfried Römer wurde von seinen Aufgaben entbunden. Das komplette Telefonnetz, der Vertrieb und die Abrechnung sollen künftig nur noch über Arcor laufen. Nur der Call-by-call-Dienst wird vorerst unter der Nummer 01011 weiter geführt. "Für die Kunden ändert sich außer dem Firmennamen auf der Rechnung nichts", betonte Arcor- Vorstands-Mitglied Klaus Thiemann in Köln. Die o.tel.o GmbH werde ab November weiter Call-by-Call und Internet-by-Call anbieten. Bei diesen Telefonaten muss der Kunde vor jedem Gespräch eine Kennziffer wählen.

Mit den Einsparungen - allein 40 Millionen Euro sollen im Werbebudget wegfallen - will Arcor das weitere Wachstum finanzieren. Durch die Zusammenlegung seien 2002 weniger Neueinstellungen nötig, sagte Stöber. Die Kunden behielten ihre alten Verträge samt Konditionen. Sie hätten keine Nachteile und erhielten eine Gutschrift von 10 DM. Mit einem festen Kundenstamm von 1,2 Millionen Anschlüssen ist o.tel.o einer der größten Wettbewerber der Telekom. Arcor liegt mit gut 1,1 Millionen Festkunden knapp dahinter.

Die im wesentlichen auf das Privatkundengeschäft konzentrierte Marke o.tel.o habe sich in einem ähnlichen Marktumfeld bewegt wie Arcor und zuletzt nur noch wenige Neukunden gewinnen können, betonte Thiemann. Dabei sei der Umsatz im ersten Halbjahr auf 197 Millionen Euro gesunken.

o.tel.o war im Jahr 1997 vor der Marktöffnung des Telefonmarktes in Deutschland von den Energiekonzernen VEBA (heute E.ON) und RWE gegründet worden. Nach deren Ausstieg aus der Telekommunikation zwei Jahre später übernahm die Düsseldorfer Mannesmann AG die Telefongesellschaft. dpa

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