869572

Arena öffnet Pforten für Fußball-Fans

28.03.2006 | 10:02 Uhr |

Die Jagd auf Fußball-Fans ist eröffnet. Arena, das ab kommender Saison die Bundesliga übertragen wird, hat die monatlichen Kosten für ein Abo bekannt gegeben. Bestellt werden kann schon jetzt.

Preis und Sendekonzept stehen, jetzt beginnt die Jagd auf die Zuschauer. Seit Montagnachmittag können Fußball-Fans das Bundesliga-Startpaket des neuen Rechteinhabers Arena im Internet bestellen . Kostenpunkt: 14,90 Euro im Monat. Für Kabelkunden in Nordrhein-Westfalen und Hessen gibt es bis Ende Mai ein Frühbucher-Angebot für 9,90 Euro. "Es ist ein großer Moment", sagte Sendersprecher Bernard de Roos am Montag bei der Präsentation des Arena-Angebots in München. Auch seine Reporter-Mannschaft mit dem bisher für Sat.1 tätigen Oliver Welke an der Spitze hat der neue Pay- TV-Partner der Deutschen Fußball Liga (DFL) weitgehend zusammen. Offene Fragen gibt es aber immer noch beim Empfang des Programms.

Zwar können Zuschauer mit Satellitenschüssel und Decoder die Übertragungen der 612 Erst- und Zweitligaspiele ab Saisonstart am 11. August bundesweit empfangen. Für Kabelkunden außerhalb von Hessen und Nordrhein-Westfalen wurde jedoch noch keine Lösung gefunden. Arena verhandelt derzeit mit mehreren Kabelnetzbetreibern, darunter Kabel Deutschland (KDG) und Kabel Baden-Württemberg, über eine Einspeisung des Programms in deren Netze. "Wir sind guten Mutes, dass es da demnächst eine Einigung gibt", sagte Programm-Geschäftsführer Dejan Jocic. Der Sender wolle dafür sorgen, dass alle interessierten Fans Anfang August das Programm empfangen können.

Nach Angaben des FRK-Fachverbandes Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen lägen den unabhängigen Netzbetreibern für rund ein Drittel aller Fernsehhaushalte noch keine Einspeisungsangebote seitens Arena vor. "Vielleicht liegen die Gründe auch in der branchenweit vermuteten Ungewissheit über die abschließenden Rechteverträge zwischen DFL und Arena, die noch nicht unterschrieben sein sollen", sagte FRK-Verbandssprecher Peter Labonte am Montag. Auch fehlten Angaben, zu welchen Konditionen und mit welcher Technologie das Bundesliga-Programm verbreitet werden soll.

Die Programmplanung hat Arena unterdessen weitgehend abgeschlossen. Wie bisher sollen die Bundesligaspiele auch in einer Konferenzschaltung gezeigt werden. Zudem werden künftig auch alle Begegnungen der 2. Bundesliga komplett live übertragen. "Wir bringen den Fußball nach Hause", warb Arena-Chefredakteur Albrecht Schmitt- Fleckenstein. Als Moderator führt Oliver Welke durch die Sendung. Kommentieren sollen unter anderem Welkes Senderkollege Werner Hansch und Radio-Mann Günther Koch, der den Bayerischen Rundfunk im Zorn verlassen hatte. Hinzu kommen weitere bekannte Namen, die bislang vor allem für Premiere im Einsatz waren.

Die 36 Profivereine, denen Arena das Konzept am Montagvormittag vorgestellt hatte, reagierten zufrieden auf die Pläne des neuen Partners. "Alles, was ich an Resonanz gehört habe, war sehr positiv. Alle Sorgen, die die Clubs hatten, haben sich zerstreut", sagte Ligapräsident Werner Hackmann. Für zusätzliche Sicherheit unter den Vereinen habe eine Garantieerklärung der Deutschen Bank gesorgt, für den Kredit zur Finanzierung der Rechte gerade zu stehen. Arena zahlt der DFL pro Spielzeit rund 250 Millionen Euro und damit den größten Teil der 420 Millionen Euro teuren TV-Rechte für die erste und zweite Bundesliga.

Im Dezember hatte Arena, eine Tochterfirma des größten Kabelnetzbetreibers in Nordrhein-Westfalen, überraschend die Live-TV- Rechte für die Fußball-Bundesliga für drei Jahre erworben und den Bezahlsender Premiere ausgestochen. Einen Weiterverkauf einzelner Rechte an Premiere schloss Arena am Montag erneut aus. "Wir sprechen nicht mit Premiere", sagte Jocic. Bisherigen Premiere-Kunden soll jedoch die Nutzung des Arena-Angebotes erleichtert werden. Für den Empfang des Programms im Kabelnetz könnten bestehende Decoder weiter genutzt werden. Der Empfang via Satellit wird noch geprüft.

Der bisherige Rechteinhaber gibt aber noch nicht auf. "Wir sind immer noch zuversichtlich, auch nächste Saison unseren Abonnenten ein Bundesliga-Angebot unterbreiten zu können", sagte ein Premiere- Sprecher.

0 Kommentare zu diesem Artikel
869572