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Aspirin für Vollrauschbilder

08.10.2004 | 18:25 Uhr |

Verrauscht, unterbelichtet oder verwakelt? Wer im Dunkeln ohne Blitz fotografieren will, muss Kompromisse machen. Doch die Bildbearbeitung kann nachher einiges ausbügeln.

Zumindest Belichtungskorrekturen sind mit den Bordmitteln von Photoshop relativ gut zu bewerkstelligen. Gegen das Bildrauschen bei hohen ISO-Zahlen bietet die texanische Firma Picturecode nun ein leistungsstarkes Plugin mit dem Namen Noise Ninja an, das bis zum 11. Oktober zum öffentlichen Test freigegeben ist. Ein erster Blick auf die Beta-Software beweist, dass sie der bereits häufig gewürdigten Standalone-Version das Wasser reichen kann. Mit Hilfe von frei verfügbaren Kameraprofilen wird das Bildrauschen massiv gesenkt.

Testaufbau

Im Macwelt-Testcenter besteht der Aufbau aus einer Canon EOS 10D mit einem EF 17-40L, das auf einem Stativ befestigt ist. Die Brennweite ist 40 Millimeter eingestellt, als Blende wird für den ganzen Test die 8er Öffnung gewählt und die höhere ISO-Zahl wird lediglich manuell durch eine kürzere Belichtungszeit ausgeglichen. Teile der Originalfotos sollen anschließend mit den korrigierten Varianten der 6,3 Megapixel Bilder in Photoshop 7 verglichen werden.

Stärken

Der Noise Ninja kann natürlich nur da Wirkung zeigen, wo die Kamera überhaupt Probleme bereitet. Im ISO-Bereich zwischen 100 bis 400 präsentiert sich der Sensorchip der Canon 10D von seiner rauschresistenten Seite. Erst ab ISO 800 macht sich ein deutlich sichtbarer Unterschied zwischen der Originaldatei und der korrigierten Fassung bemerkbar.

Für das Internet reduzierter Testchart von Canon EOS 10D, EF 17-40L, Blende 8. Grafik: Götze
Vergrößern Für das Internet reduzierter Testchart von Canon EOS 10D, EF 17-40L, Blende 8. Grafik: Götze
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Verrauschte, einfarbige Flächen glättet das Plugin erstaunlich gut und die speziell abstimmten Profildateien sorgen dafür, dass die Konturen von der massiven Weichzeichnung weitgehend verschont bleiben. Der Unterschied fällt bei der ISO 3200 Einstellung, die extra über ein Menü freigeschaltet werden muss, da selbst Canon wohl nicht von dieser Funktion überzeugt ist, besonders stark aus. Der Noise Ninja kann allerdings nur korrigieren und nicht zaubern - rauschfreie Bilder kann man nicht erwarten, aber dafür deutlich ansehnlichere Resultate.

Schwächen

Die überzeugende Funktionalität bei höheren ISO-Werten wird allerdings getrübt durch eine eher mühselige Oberfläche und einer umständlichen Installation. So muss der entpackte Ordner sofort vom Schreibtisch zum dauerhaften Aufenthaltsort verschoben werden, ehe das Installationsprogramm gestartet wird. Die Entwickler um Firmengründer Jim Christian sehen selber ein, dass dies nicht gerade intuitiv ist und versprechen für kommende Versionen eine Besserung.

Obwohl die Ninja Noise Plugin bisher unter Mac-OS 10.3 nur unter Photoshop CS lauffähig sein soll, funktionierte es auf dem iMac G5 mit 1,8 GHz auch unter Photoshop 7 - andere Testrechner versagen wiederum bei dieser Kombination ihren Dienst. Für die Rauschreduktion bei einem 6,3 Megapixel braucht der neue Apple Rechner lediglich 12 Sekunden Rechenzeit.

Fazit

Das Ninja Noise Plugin zeigt sich in Bezug auf die qualitativen Resultate bereits von einer sehr guten Seite - nicht zuletzt aufgrund der gewonnenen Erfahrung beim ausgereiften Standalone-Programms. Allerdings lassen Bedienungskomfort und Installation noch zu wünschen übrig. Da es sich um Software im Beta-Status handelt, entfällt bis zur Veröffentlichung der finalen Version eine abschließende Wertung.

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