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Auch Vista soll Wettbewerbsregeln verletzen

29.01.2007 | 12:41 Uhr |

Am Dienstag dieser Woche werden Endverbraucher Windows Vista erwerben können. Mit dem XP-nachfolger werde Microsoft aber sich weiterhin mit bekannten Problemen herumschlagen müssen, meinen Experten. Das neue Betriebssystem erfülle ebenso wenig wie sein Vorgänger die Wettbewerbsregeln der Europäischen Union.

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Simon Awde, Vorsitzender des European Committee for Interoperable Systems (ECIS) hat am Freitag in einer Pressemitteilung Microsoft der Verletzung von Wettbewebsregeln bezichtigt. Der Hersteller habe den Kern der Entscheidungen der EU-Kommission aus dem Jahr 2004 ignoriert, die auf dem Desktop ausgeübte Vorherrschaft wolle Microsoft mit Vista auf das Internet ausdehnen. Mit der in Vista enthaltenen Markup-Sprache XAML wolle Microsoft mit einer proprietären Lösung den Industriestandard HTML verdrängen. XAML setze Windows voraus und arbeite mit keinem anderen System zusammen, argumentiert die ECIS. Ebenso störend sei Microsoft neues Format für Office 2007, Open XML oder OOXML, das mit dem offenen Standard ODF konkurriere. "Mit XAML und OOXML versucht Microsoft seine eigenen Windows abhängigen Standards durchzudrücken auf Kosten freier und interoperabler Standards", erklärt Thomas Vinje, der Rechtsbeistand der ECIS. Der Anwender werde schließlich keine Wahl mehr haben und oft jahre auf Verbesserungen oder Bugfixes warten müssen und zudem zu hohe Preise zahlen müssen, befürchten die Wettbewerbsrechtler. Die ECIS hat gegen Vista schon vor einem Jahr eine offizielle Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Eine laut Wettbewerbsbehörde "sorgfältige" Untersuchung ist noch im Gange.

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