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Auch für Überseekunden ist der Music-Store erreichbar

27.09.2007 | 13:30 Uhr |

Die Zeit für den Kopierschutz in digitaler Musik ist abgelaufen. So sehen viele US-amerikanische Beobachter den Beta-Start von Amazon MP3. Offiziell sollen nur Kunden zwischen Los Angeles und New York das neue Angebot nutzen dürfen, doch längst haben auch deutschen Anwender einen simplen Weg gefunden, billiger als bei iTunes und ohne Kopierschutz einzukaufen. Kreditkarte und schlüssige Phantasieadresse reichen aus - vorerst.

Es braucht nicht viel, um bei Amazon digitale Musik einzukaufen: Wer noch kein Benutzerkonto beim Internet-Kaufhaus hat, der legt sich eben eins an. Bestehende Kunden können sich auch mit dem "deutschen" Konto anmelden. Dazu nehme man seine Kreditkarte zur Hand und sucht sich in den USA eine hübsche Adresse aus, die eine schlüssige Kombination aus Bundesstaat und ZIP-Code, der amerikanischen Postleitzahl, darstellt. Mit Google Maps wird man schnell fündig, auch die Webseiten amerikanischer Firmen sind ein Quell von plausiblen Adressen für Amazon. Diese Adresse benötigt Amazon MP3 als Rechnungsadresse, die eigentlichen Benutzerdaten werden dadurch nicht verändert, berichten uns zahlreiche Leser und bestätigt auch der Selbstversuch. Für Kunden aus Übersee bietet Amazon den Dienst offiziell nicht an und legt dies auch in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen dar. Amazon lockt Kunden nicht nur mit DRM-freien Songs - zu Beginn sind es 2 Millionen Tracks von 180.000 Künstlern -, sondern wie berichtet auch mit günstigeren Preisen als bei Apple: Im iTunes Store kostet jeder der sechs Millionen DRM-geschützen Songs 99 US-Cent, Amazon nimmt zehn Cent weniger für die ungeschützte MP3-Datei. Auch Alben verkauft der Konkurrent billiger. Apple schützt sich vor ausländischen Kunden, indem der iTunes Store mehrere nationale Filialen betreibt: Kunden können immer nur in dem nationalen Store einkaufen, in dem auch die Kreditkarte ausgestellt oder ein anderes Bezahlsystem die nationale Zugehörigkeit bestimmen kann. Einige Anwender umgehen diese Beschränkung mit dem Kauf von Gutscheinen, die sie in "ausländischen" iTunes Stores dann unter Angabe einer Phantasieadresse einlösen. Kopierschutz und die nationale Ausrichtung des iTunes-Stores sind Verbraucherschützern und der Europäischen Kommission ein Dorn im Auge.

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