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"Aufgedeckt": Neue Macs

15.12.2000 | 00:00 Uhr |

So kurz vor der Macworld Expo in San Francisco fragt sich jeder, was Apple an neuen Produkten bringen wird. Gerüchte-Sites im Internet haben Hochkonjunktur, wobei das Lesen im Kaffeesatz nur unterschiedlich gut gelingt.

Seit Steve Jobs bei Apple das Ruder wieder in der Hand hat und die Neuvorstellung von Produkten als geheime Kommandosache betreibt, haben Gerüchteküchen im Internet Hochkonjunktur. Die einschlägigen Seiten von Apple Insider oder Mac-OS Rumors + wissen wundersame Dinge zu berichten, die von allen anderen Nachrichtendiensten rund um den Mac-Markt gerne aufgegriffen werden. Das Internet gewinnt dabei eine interessante Eigendynamik, die den Mechanismen sonntäglicher Kaffeekränze nicht ganz unähnlich ist. Vermutungen, auf einer Seite geäußert, werden auf der nächsten schnell zur Gewissheit, was Information und was Spekulation ist, spielt nicht wirklich eine Rolle. Apple tut derweil sein Bestes, die Spreu vom Weizen zu trennen. Die Rechtsabteilung des Mac-Herstellers ist eine Art Schiedsrichter in der Frage, ob eine Nachricht zutreffend ist oder nicht. Ein Schreiben der Anwaltskanzlei, man möge doch bitte gewisse Informationen oder Bilder von der Site herunternehmen, andernfalls sähe sich Apple genötigt, mit einer Unterlassungsklage im Streitwert von mehreren hunderttausend Dollar zu reagieren, adeln eine Information als zutreffend.
In Vor-Messe-Zeiten brodelt es im Internet besonders heftig. Apple wird im Januar in San Francisco neue Macs vorstellen, soviel ist sicher. Und natürlich haben alle schon jetzt die Fakten, übermittelt von anonymen Quellen, die "aus dem Umkreis von Apple" stammen. König ist, wer schon die ersten Bilder der neuen Rechner hat. Tatsächlich kommt es vor, dass Bilder von neuen Rechnern vorzeitig ihren Weg ins Netz finden. Sei es ein unzufriedener Mitarbeiter von Apple oder beispielsweise ein Angestellter einer Druckerei, die die neuen Prospekte anfertigt - Schlupflöcher gibt es in jedem System, das kann auch Steve Jobs nicht verhindern. So was kommt vor, und es ärgert die Geheimhaltungsstrategen von Apple nicht wenig, wenn echte Informationen durchsickern. Häufiger sind allerdings Bilder, die kreative Apple-Fans mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms selbst erstellt haben. Photoshop und die eigene Inspiration dienen hier als Quelle immer wieder gern veröffentlichter Produktbilder von "neuen Macs".

Um die "Produktlinie" der nächsten Jahre besonders verdient gemacht hat sich ein Apple-Fan aus Japan namens Isamu Sanada, der gleich alle Mac-Linien vom Power Mac bis zum iBook mit der Hilfe von Photoshop umgebaut hat. Sein "Applele, New Species Apple Laboratory" ist so kreativ, dass dessen Arbeiten immer wieder an den verschiedensten Stellen als "echte" Bilder herumgereicht werden. Dass sich Isamu Sanada nur einen Spaß macht, wird dem Uneingeweihten erst deutlich, wenn er auf der Seite gelandet ist, auf der sich der Meister selbst vorstellt. Dort ist ein Kinderbild zu sehen, hinter dem, rollt man mit der Maus darüber, der Designer selbst verschmitzt in die Kamera lächelt. sh

:Best of Applele

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