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Auflösung der Siemens-Telekomsparte weiter in der Kritik

22.06.2006 | 10:12 Uhr

Der Netzwerk-Bereich, der in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia eingebracht wird, habe die Chance gehabt, auch aus eigener Kraft innerhalb von zwei Jahren wieder den Anschluss an die Besten in der Branche zu schaffen.

Dies erklärte der Verein von Belegschaftsaktionären in der Siemens AG am Mittwoch in München. „Diese Zeit wollte nach unserer Einschätzung der Vorstandsvorsitzende dem Bereich nicht geben.“ Die Führung des Konzerns rechne trotz des langfristigen Geschäfts nur noch in Quartalen.

Siemens hatte am Montag das Joint Venture mit Nokia bekannt gegeben. An dem neuen Unternehmen Nokia Siemens Networks halten zwar beide Unternehmen 50 Prozent, konsolidiert wird es aber bei den Finnen, die auch den Chef stellen. „Wir befürchten daher, dass Siemens sich ohnehin mittelfristig mehr oder weniger geräuschlos total aus diesem Geschäft zurückziehen will“, erklärten die Belegschaftsaktionäre. „Dies ginge an die Wurzeln und das Selbstverständnis von Siemens und wäre zudem ein beunruhigendes Signal für den Standort Deutschland und seine Innovationsfähigkeit.“

Auch die IG Metall äußerte erneut scharfe Kritik. Die Beschäftigten müssten „mit der Kapitulation vor der Börse für jahrelange Management-Fehlleistungen bei Siemens die Zeche zahlen“, sagte der Münchner IG-Metall-Bevollmächtigte Horst Lischka. Siemens und Nokia wollen nach der Fusion bis zu 15 Prozent der rund 60 000 Arbeitsplätze streichen. Belegschafts-Vertreter kritisieren, dass Siemens nicht die Geduld aufbrachte, das Geschäft selbst zu sanieren. Nokia gilt aber als vergleichsweise akzeptabler Partner. (dpa/mje)

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