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Aufsichtsrat stimmt Strategie von Telekom-Chef zu - T-Service kommt

01.03.2007 | 08:59 Uhr |

Der neue Telekom-Chef René Obermann hat vom Aufsichtsrat grünes Licht für seine Strategie erhalten. Das oberste Konzerngremium segnete auf der Sitzung am Mittwoch auch die Gründung der neuen Service-Einheit T-Service ab, in die zehntausende Mitarbeiter transferiert werden sollen.

Die Entscheidung für T- Service sei gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat gefallen, sagte ein Telekom-Sprecher in Bonn. In die neue Einheit sollen nach Angaben aus dem Konzernumfeld rund 50 000 Mitarbeiter der Festnetzsparte T-Com eingebracht werden. Die Gewerkschaft ver.di kritisierte die Pläne erneut massiv und drohte mit Streik.

«Wir bedauern, dass sich der Konflikt nun zuspitzen wird», sagte ver.di-Bundesvorstand Lothar Schröder. Schröder, der auch im Telekom- Aufsichtsrat sitzt, verlangte von der Konzernführung verbindliche Zusagen für die Sicherung von Standorten und den Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen. Da dies nicht geschehen sei, kündigte er eine Verschärfung der Proteste an. Vor der Sitzung des obersten Konzerngremiums hatten 13 000 Mitarbeiter in Bonn gegen die Gründung der neuen Einheit T-Service protestiert. «Die Demonstration war nur der Auftakt und nicht das Ende», sagte Schröder.

ver.di befürchtet, dass mit T-Service die Löhne massiv gesenkt werden und Teile der neuen Einheit verkauft werden könnten. Die Telekom wies dies zurück. Nach Angaben von Schröder will die Telekom allerdings weitere Standorte der Tochter Vivento Customer Service (VCS) verkaufen. Unter anderem in Suhl und Cottbus waren bereits Call-Center verkauft worden. ver.di-Chef Frank Bsirske sprach von drohenden «Armutslöhnen». Die Telekom will nun rasch Verhandlungen mit ver.di über die Gründung von T-Service aufnehmen. «Wenn der Aufsichtsrat zustimmt, dann werden wir uns schnell mit ver.di in Verbindung setzen», hatte der Telekom-Personalbeauftragte Dietmar Welslau zuvor gesagt. Spekulationen über einen Verkauf von Teilen des neuen Bereichs wies er zurück: «Wir wollen T-Service im Konzern behalten.» Der neue Bereich, in dem die Call-Center und der Kundenservice gebündelt werden, soll nach Plänen von Obermann zum Juli seinen Dienst aufnehmen und das Ergebnis in diesem Jahr bereits positiv beeinflussen. Mit T-Service will Obermann die Kosten senken und die Servicequalität verbessern. Er verspricht sich davon einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz, die der Telekom im vergangenen Jahr im Festnetzgeschäft über zwei Millionen Kunden abnahm. Der Aufsichtsrat sollte nach Angaben aus Konzernkreisen auch der Umbenennung der Festnetzsparte T-Com in T-Home zustimmen. Die Telekom will zudem künftig offensiver im Ausland nach Akquisitionsmöglichkeiten Ausschau halten. Obermann will seine neue Strategie auf der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag in Bonn vorstellen. Für das vergangenen Jahr rechnen Analysten mit einem deutlich Ergebnisrückgang, der vor allem mit dem harten Wettbewerbsumfeld auf dem Heimatmarkt zusammenhängt. (dpa)

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