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Auftritt iPod mini

24.02.2004 | 12:04 Uhr |

Seit dem letzten Freitag sind die kleinen Brüder des iPod in den USA in den Handel - europäische Käufer müssen noch sechs bis acht Wochen warten. Der Festplattenplayer mit 4GB Kapazität sorgt für Aufsehen bei Testern und Kunden und ist noch diese Woche mit ersten Demonstrationsexemplaren auf der deutschen Bühne zu erwarten.

Während in Europa Medien und Verbraucher bislang nur anhand der technischen Spezifikationen den iPod mini einordnen und beurteilen können, haben in den USA Fachmagazine das neueste Apple-Produkt schon genauer unter die Lupe nehmen können. Zu einem ersten Test war der iPod mini in den Labors unserer US-Schwesterzeitschrift PC World. Die 100.000 Vorbestellungen die Apple zum offiziellen Verkaufsstart vermeldete lassen laut unseren Kollegen nur noch einen Schluss zu: Auch der mini wird trotz seines hohen Preises ein Verkaufsschlager - weil er ein iPod ist.
Angetan von den Frühlingsfarben des iPod mini und den erneut überarbeiteten Bedienelementen hatten die Tester von PC World keinerlei Probleme bei der Inbetriebnahme des iPod mini - allein die unter Windows notwendige Eingabe der Seriennummer erwies sich als hakelig, da sie in kleinen Lettern in die Rückseite des iPod-mini-Gehäuses eingeprägt ist. Das optional erhältliche Armband erscheint den Testern als "lächerlich groß", der Player sei schließlich klein genug, um in der Hemdtasche zu verschwinden. Zudem sei von Tätigkeiten abzuraten, für die man ein Armband brauche - trotz seines 25-Minuten-Puffers und der damit verbundenen Anti-Schock-Sicherung habe der iPod mini nun einmal eine Festplatte, die Erschütterungen schlecht vertrage, wie sie etwa beim Joggen auftreten. Am Gürtel mit dem serienmäßig mitgelieferten Clip getragen, passe der iPod mini besser zum Outfit des digital lifestyle. Doch gerade für Sportler hat Apple die alternative Befestigung am Oberarm konzipiert, dort sollte der iPod mini weniger Erschütterungen erfahren als an der Hüfte oder in der Hosentasche getragen. Macwelt wird den Test auf der Laufbahn nachholen, auf den PC World verzichtet hat. Negativ angemerkt haben die Tester zudem, dass der iPod das "populäre WMA-Format" von Microsoft nicht unterstütze - zuletzt hat es jedoch Spekulationen über ein kommendes Audio-Format gegeben, das die Unterschiede von AAC und WMA aufheben soll.

Einen im wahrsten Sinne tiefen Blick in seinen frisch erworbenen iPod mini wagte Greg Koenig, Leser von iPodlounge.com , der seinen goldfarbenen Musikplayer sogleich nach allen regeln der Kunst auseinander nahm. Als Industriedesigner erfahren im Auseinandernehmen und Zusammenbauen von PDAs und MP3-Playern, stieß Koenig beim dicht gepackten iPod mini auf unerwartete Schwierigkeiten. Schon der Kleber, der das Gehäuse zusammenhält, erwies sich als stark haftend, mit einem Haartrockner ließ sich die Schwierigkeit jedoch überwinden. In Erfahrung brachte Koenig mit seiner Aktion jedoch details, die bislang nicht offiziell bekannt waren. Wie vermutet, aber nicht von Apple bestätigt, verbaut der iPod-Hersteller eine Hitachi-Festplatte, der Lithium-Ionen-Akku stammt von Sanyo. Die Festplatte ist jedoch nichts weiter als eine Compact-Flash-Karte des Typs II wie beispielsweise das IBM Microdrive. Der von Koenig eingesetzte Kartenleser von Lexar erkannte das Volume jedoch nicht.
Koenigs Fazit: Bitte den iPod mini nicht auseinander nehmen, vor allen Dingen das mit dem Gehäuse verklebte transparente Fenster des Displays kann dabei kaputt gehen, Koenig wird weitere Experimente folgen lassen müssen, um seine Geschäftsidee - ein Service zum Austausch der bunten Gehäuse - Wirklichkeit werden zu lassen.

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