Von Peter Müller - 29.12.2004, 10:00

August: Angst um den Apple-CEO

Steve Jobs hat Krebs +++ HP macht weniger Gewinn - aber einen iPod-Nachbau +++ Airport Express geknackt +++ Oracle will Peoplesoft +++ Skype: Internettelefonie im Trend

Neuroendokriner Inselzellentumor

Der August beginnt mit einer schockierenden Meldung: Steve Jobs muss sich einer Krebsoperation unterziehen. In einer E-Mail an die Apple-Mitarbeiter äußert sich Jobs jedoch zuversichtlich über seine Genesung. Die bei Jobs vorhandene seltene Form des Bauchspeicheldrüsenkrebs habe man rechtzeitig erkannt und operativ entfernen können, eine Chemotherapie oder eine Strahlenbehandlung sei nicht notwendig. Jobs leide nach eigenen Angaben nicht an der innerhalb eines Jahres tödlichen Krebsform Adenocarcinoma, sondern hätte einen neuroendokrinen Inselzellen-Tumor gehabt, der vollständig heilbar sei. Jobs werde den August über sich von seiner Erkrankung erholen, in der Zwischenzeit übernimmt Tim Cook das Tagesgeschäft, bis Jobs im September zurück an die Arbeit gehen will - was ihm tatsächlich gelingt, am 8. September kehrt der CEO für einige Meetings zurück und nimmt im Laufe des Monats sein komplettes Arbeitspensum wieder auf. In der Zwischenzeit versäumt Jobs die Apple Expo in Paris, auf der Marketingchef Phil Schiller die Keynote hält und den iMac G5 vorstellt.

Der Aktienkurs fällt am Tag nach Veröffentlichung der Nachricht um 2,35 Prozent und Analysten und Unternehmensberater machen sich plötzlich Gedanken über die Zukunft der Firma. Das enge Verhältnis zwischen Apple und seinem Gründer und CEO ist zwar mit anderen Firmen der Branche wie Microsoft und Oracle vergleichbar, doch es gibt einige wichtige Unterschiede. Im Gegensatz zu großen Computerfirmen muss Apple sich ständig in seiner Nische behaupten und aktiv dafür sorgen, nicht in die Unbedeutsamkeit zu verschwinden. Auch gibt es in Cupertino keine wirkliche Cash-Cow, die stetig sprudelnde Gewinne garantiert. Jobs repräsentiert die Mac-Marke nach außen hin nicht nur als charismatischer CEO, er verkörpert sie geradezu. Was wäre eine Keynote ohne Steve, eine Produktvorstellung ohne das medienwirksame Auftreten Jobs'? Phil Schiller liefert jedoch Ende des Monats eine durchweg überzeugende Vorstellung ab und Mitte Oktober ist Jobs zurück in der Öffentlichkeit, um den ersten Apple Mini Store auf dem Campus der Stanford-Universität zu eröffnen. Ebenso rasch wie der Chef der Firma erholt sich auch der Aktienkurs, Ende August steht er bei 34,49 Dollar.
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