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August: Volle Schultüten von Apple

31.12.2007 | 09:23 Uhr |

Schulanfang – nicht nur in vielen deutschen Bundesländern. Damit die Kiddies ihre ersten Schreibversuche auch gleich auf einem vernünftigen Rechner machen können, stellt Apple Anfang August nicht nur bildhübsche neue iMacs vor, sondern mit iLife und iWork 08 die passende Software.

Regen, Regen, Regen – der August 2007 hat die Ehre, als einer der nassesten Monate in die Klimastatistik eingehen zu dürfen. Während der Süden noch auf die durchschnittlichen 600 Sonnenstunden kommt, dürfen sich der Westen und die Mitte der Republik mit neuen Niederschlagsrekorden brüsten. Statt in Freibad und Poolparty sitzt der gemeine Anwender am Rechner und bastelt entweder traurige kleine Regenvideos oder gibt sich wilden Spekulationen hin – vor allem zum Thema iPhone.

iPhone-Gedichte und -Gerüchte

Das iPhone bringt nicht nur Publizisten, sondern auch Hacker in Hochform
Vergrößern Das iPhone bringt nicht nur Publizisten, sondern auch Hacker in Hochform

Dem setzt Apple am 22. August ein Ende und verkündet die Partnerschaft mit T-Mobile. Was allerdings Anlass zu weiteren Spekulationen gibt: Lange Wunschlisten zu einer besseren Ausstattung kursieren ebenso im Netz wie wilde Vermutungen, wie sich Steve Jobs wohl die Zusammenarbeit mit dem rosa Riesen vergüten lässt. In den USA hatte der iPhone-Start im Juni eine wahre Massenhysterie aus. Stundenlang warten die Interessenten vor den Geschäften, die ersten Käufer werden von einer johlenden Menge begrüßt und dürfen sich 3 Minuten lang wie ein Popstar fühlen. Doch auf die Begeisterung folgen bald Nachrichten, die Apple weniger entzücken: So hat das Unternehmen binnen kurzer Zeit die erste iPhone-Massenklage wegen des fest verbauten – und daher nicht zu wechselnden Akkus am Hals. Außerdem kursiert wenige Tage nach Verkaufsstart schon eine Reihe von Hacks , die es erlauben, das Apple-Handy auch ohne eine AT&T-Telefonkarte zu nutzen. Apple enthält sich jeden Kommentars, doch es startet ein Katz-und-Maus-Spiel: Jede neue iPhone-Firmware hebelt die bisherigen Hacks aus, kurze Zeit später kursieren neue im Internet – bis zum nächsten Firmware-Update.

Der Sündenfall a la SZ-Magazin vom August 2007
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© SZ-Magazin

Und eine große deutsche Tageszeitung versucht, das Phänomen des „Jesus-Phone“ irgendwie zu ergründen: „In diesem Emotionen-Dreiklang spielt sich der ganze Mythos des Unternehmens Apple ab. Ein einfacher Gebrauchsgegenstand, in dem eine stets von Neuem revolutionär einfache Bedienung auf eine geradezu religiös aufgeladene Aura trifft – diese, Pardon, Dreifaltigkeit, prägt Apple seit vielen Jahren. Neu in diesem Herbst wird nur das Ausmaß sein. Wenn Apples iPhone nach der Sommerhysterie in den USA nun auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern Einzug hält, dann wird man das Gefühl haben, das messianische Zeitalter sei angebrochen und das Objekt aller Anbetung herabgestiegen zu uns Unwürdigen auf die Erde. Denn das iPhone...verspricht nicht weniger als das Ende aller technischen Kommunikationsprobleme. Es will das Gerät sein, das die Erlösung bringt in all dem technischen Kleinkrieg mit all den elektronischen Kleingeräten wie Handys, Musikplayern, Fotoapparaten und Organizern, den jeder permanent zu führen scheint.“

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