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Aus der Skype-Versuchsküche: Das Venice-Projekt

06.10.2006 | 11:00 Uhr |

Das, was Kazaa falsch gemacht hat, das soll dem "Venice Project" nicht passieren. Die Kazaa- und Skype-Gründer Janus Friis und Niklas Zennstrom arbeiten an einem neuen Internet-Projekt, in dem es um Videos geht.

Kurz gesagt: YouTube für den professionellen Anspruch mit Material von TV-Stationen, Medienunternehmen und Privatleuten - peer-to-peer, aber nicht im Download. BusinessWeek online durfte probeglotzen.

"Wir arbeiten an einem Projekt, das das Beste vom Fernsehen verbindet mit den neuen gesellschaftlichen Möglichkeiten des Internets. Ein Projekt, das Zuschauern, Werbetreibenden und Eigentümern von Inhalten mehr Auswahl, Kontrolle und Kreativität gibt als je zuvor." Soweit gibt das Venice-Projekt auf seiner Website Auskunft über sich selbst. Wer am Beta-Test teilnehmen möchte, kann seine E-Mail-Adresse hinterlassen. Im Gespräch mit BusinessWeek-Autor Steve Rosenbush erzählen Friis und Zennstorm mehr: "Mitte November werden wir unseren Beta-Test drastisch erweitern und Ende des Jahres kann jeder die Software herunterladen." Die Software soll den Computerbildschirm in ein interaktives Fernsehgerät verwandeln. Steuerungsknöpfe wie bei einem DVD-Player sorgen für Start, Vorlauf und alle anderen Funktionen, wer die Maus bewegt, bekommt automatisch weitere Optionen angezeigt, etwa eine Liste mit weiteren Channel oder die Playlisten von Freunden. Was genau die Inhalte der neuen Plattform werden sollen, da schweigt sich das Projekt aus. Nur soviel verraten sie BusinessWeek: Es sollen - neben Inhalten von Privatanwendern à la YouTube - insbesondere Fernsehsendungen angeboten werden. Aber - im Gegensatz zum iTunes Store und der früheren Tauschbörse Kazaa - nicht als Download, sondern als Video-Stream. "Mit Kazaa waren wir fünf Jahre zu früh am Start", räumt Friis gegenüber BusinessWeek online ein, die Plattenfirmen hätten lieber geklagt anstatt sich auf das Geschäftsmodell von online vertriebener Musik einzulassen. Das Streaming selbst erfolgt nicht von zentralen Servern, sondern - wie von Kazaa bekannt - als Peer-to-peer-Netz. So soll es Raubkopierern erschwert werden, Werke jeder Art als Datei zu speichern.

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