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Drucker verlangt zu früh neue Tintenpatrone

16.09.2015 | 09:19 Uhr |

Das Geschäft mit den Tinten-Patronen ist für Drucker-Hersteller äußerst lukrativ. Das bestätigt erneut auch ein Test.

Bellevue Fine Art Repro in Seattle hat getestet, wie viel Geld das Unternehmen mit ungenutzt weggeschmissener Druckertinte verschwendet. Das Unternehmen scannt und druckt Kunstwerke und Fotografien aus und setzt dafür vier Profi-Drucker des Typs Epson 9900 ein. In diesen Druckern stecken mehrere Tintenpatronen mit jeweils 700 ml oder 350 ml Tinte. Eine 750-ml-Tintenpatrone kostet bis zu umgerechnet 280 Euro. Ein volles Tinten-Set, so rechnet das Unternehmen vor, kostet pro Drucker weit über 1000 US-Dollar (etwa 884 Euro).

Regelmäßig weist der Drucker "freundlicherweise" darauf hin, dass sich in einer der Tintenpatronen nur noch weniger als ein Prozent Tinte befindet und daher ein Austausch notwendig ist. Bellevue Fine Art Repro hat nun nachgemessen, ob sich tatsächlich in den Tintenpatronen nur noch 1 Prozent Tinte befindet.

Den Test und das Ergebnis hat Bellevue Fine Art Repro in Form Videos auf Youtube ins Netz gestellt. Bisher wurde der Clip über 640.000 Mal angeschaut und sorgt auch für rege Diskussionen.

Das Ergebnis: Der Drucker schlägt Alarm, obwohl sich in einer 700-ml-Tintenpatrone noch 100 ml Tinte befinden. In einigen Fällen befand sich in den Tintenpatronen gar noch 150 ml oder mehr Tinte. In den 350-ml-Pattronen wurden zwischen 60 und 80 ml Tinte gemessen, obwohl der Drucker die 1-Prozent-Warnung ertönen ließ.

Extra gemessen wurde, ob der Hersteller mehr Tinte in die 700-ml-Patronen packt, um den Verlust durch den ungenauen 1-Prozent-Alarm zu kompensieren. Fehlanzeige.

Allein bei den 700-ml-Tintenpatronen, so rechnet es Bellevue Fine Art Repro vor, fordert der Drucker damit jedes Mal zum Wegschmeißen einer Tintenpatrone auf, in der sich noch Tinte im Wert von bis zu 50 US-Dollar (etwa 44 Euro) befindet.

Das Unternehmen selbst hat die Konsequenzen gezogen und laut eigenen Angaben die Drucker gewechselt. Die Begründung: Man wolle nicht mehr jeden Monat hunderte US-Dollar unnötig in den Müll werfen.

 

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